Landestierarzt hält Pest bei Hausschweinen für vermeidbar

Landestierarzt hält Pest bei Hausschweinen für vermeidbar

Ein Überspringen der Afrikanischen Schweinepest auf Hausschweine kann nach Ansicht des Brandenburger Landestierarztes Stephan Nickisch auch künftig vermieden werden. «Es besteht natürlich immer die Gefahr, dass der Erreger aus der Umwelt in Hausschweinebestände eingeschleppt wird», sagte Nickisch auf Anfrage in Potsdam. Das Virus sei nicht hochansteckend. «Man kann sich durch entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen (...) vor dem Eintrag schützen.»

Stephan Nickisch spricht während einer Pressekonferenz

© dpa

Stephan Nickisch, Landestierarzt von Brandenburg, spricht während einer Pressekonferenz.

Der Landestierarzt nannte als Beispiele das Wechseln der Kleidung beim Betreten von Ställen und die Begrenzung des Personenkreises, der in einen Stall darf. «Genau das versuchen wir auch durch Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen und Kontrolle durch die Veterinärämter in den Restriktionsgebieten hinzubekommen», sagte Nickisch.
Die Afrikanische Schweinepest hat sich in Brandenburg ausgeweitet und trat erstmals im Landkreis Märkisch-Oderland außerhalb der bisherigen Gefahrenzone auf. Das jüngst gefundene infizierte Tier nahe der Grenze zu Polen war laut Verbraucherschutzministerium frisch infiziert und wurde von einem Jäger erschossen. Zuvor wurden tote infizierte Wildschweine nur in den Kreisen Spree-Neiße und Oder-Spree innerhalb eines Gefahrengebietes entdeckt. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich.
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Es gebe zwei mögliche Ursachen für die Ausbreitung: durch eine sogenannte Sprunginfektion, also kontaminierte Lebensmittel oder infizierte Kleidung, und durch die Einwanderung infizierter Wildschweine. Er sagte auch: «Die Nähe ein Kilometer von der polnischen Grenze ist ein Fakt, den man sicherlich berücksichtigen muss.»
In Westpolen hatte es mehrere Funde infizierter Wildschweine gegeben, zuletzt allerdings nicht mehr in unmittelbarer Nähe zur Grenze. Die Landesregierung will zum Schutz einen festen Zaun bauen, derzeit wird bereits ein Teilstück im Süden errichtet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Oktober 2020 05:24 Uhr

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