Fotograf mtmaßlich von Polizist angegriffen: LKA prüft Video

Fotograf mtmaßlich von Polizist angegriffen: LKA prüft Video

Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Angriff eines Polizisten auf einen Fotografen sollen weitere Ermittlungen beim Landeskriminalamt Brandenburg den Fall klären. Das vom Fotografen aufgenommene Video soll vom LKA umfassend technisch überprüft werden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch sagte. Das Video sei gerade auf dem Weg zum LKA, so der Sprecher. Die Vernehmung von «nicht wenigen Zeugen» sei bereits angeordnet worden.

Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen

© dpa

Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen.

Der frei arbeitende Fotograf wurde nach eigenen Angaben am Rande eines Einsatzes des Spezialeinsatzkommandos (SEK) im September 2019 in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) von einem Polizisten tätlich angegriffen. Seine Kamera lief nach eigener Aussage mit und zeichnete das Geschehen per Video auf. Der Fotograf erstattete Anzeige wegen Körperverletzung im Amt gegen den Polizisten. Dieser wiederum zeigte den Fotografen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte an.
In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Brandenburg (Havel) im August, in der es um den Vorwurf gegen den Fotografen ging, hatte sein Anwalt erstmals dem Gericht das Video vorgelegt. Der Fotograf wurde freigesprochen. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Zunächst hatte die Zeitung «Märkische Allgemeine» (Mittwoch) darüber berichtet. Das Blatt zitierte zudem aus der Urteilsbegründung der Richterin. Demnach seien die Aussagen des Polizisten in wichtigen Teilen «nicht nachvollziehbar», der Angeklagte habe «die ihm vorgeworfene Tat nicht begangen».
Die Staatsanwatschaft ermittelt gegen den Polizisten wegen Körperverletzung im Amt sowie gegen ihn und einen weiteren Polizisten wegen des Verdachts einer Falschaussage vor Gericht. Anhand des Videos wollen die Ermittler prüfen, ob sich der Polizist bei dem Einsatz strafbar gemacht hat und er und sein Kollege in dem Verfahren vor dem Amtsgericht Brandenburg (Havel) gelogen haben.
Aufgrund von Sequenzen aus dem Video waren die beiden Polizisten in den Innendienst der Polizeidirektion West versetzt worden. Ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet, das nach Angaben des Polizeipräsidiums derzeit aber ruht, bis die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die beiden Polizisten abgeschlossen hat. Laut Staatsanwaltschaft ist mit einem Abschluss der Ermittlungen nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 14:33 Uhr

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