Brandenburg prüft Berliner Corona-Regeln: Kompromiss gesucht

Brandenburg prüft Berliner Corona-Regeln: Kompromiss gesucht

Berlin und Brandenburg planen bisher unterschiedliche Verschärfungen der Corona-Regeln. Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung prüft deshalb die weitergehenden Berliner Vorgaben für private Feiern. «Wir wollen natürlich immer, dass keine zu großen Brüche an der Grenze Berlin-Brandenburg auftreten, aber wir haben natürlich in Berlin im Moment ein sehr großes Infektionsgeschehen», sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Bei uns in Brandenburg steigt es sehr langsam und ist noch auf niedrigem Niveau. Wir müssen da einen Kompromiss finden.»

Ursula Nonnemacher (Grüne)

© dpa

Ursula Nonnemacher (Grüne), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.

Brandenburg plant nach Angaben von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Obergrenze von 50 Menschen für Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage in öffentlichen oder angemieteten Räumen und von 25 Menschen für Feiern zuhause, wenn es mehr als 35 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen geben sollte. Dieser Sieben-Tage-Wert lag am Dienstag in Brandenburg bei rund fünf, ist also noch weit davon entfernt. In Berlin war die Zahl am Dienstag in einigen Bezirken fast an der 50er-Marke.
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Der Berliner Senat beschloss angesichts zunehmender Infektionen für private Feiern im Freien ab Samstag eine Obergrenze von 50 Teilnehmern, in geschlossenen Räumen von 25. In Büro- und Verwaltungsgebäuden ist außerdem künftig vorgeschrieben, etwa im Flur und im Aufzug eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bundesweit auf eine neue Linie bei privaten Feiern verständigt.
Die Brandenburger Gesundheitsministerin sagte, es gehe einerseits um eine mögliche Angleichung der Corona-Maßnahmen. «Wir müssen natürlich trotzdem unserer noch niedrigeren Inzidenz Rechnung tragen», sagte Nonnemacher. «Auf der anderen Seite müssen wir auch verhindern, dass wir sozusagen durch Pendelverkehr (...), der ja sehr intensiv ist mit Berlin, relevantes Infektionsgeschehen uns nach Brandenburg holen.» Das Kabinett will darüber am kommenden Dienstag beraten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 16:14 Uhr

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