Ministerien: Sulfat-Richtwert in Spree 38 Mal überschritten

Ministerien: Sulfat-Richtwert in Spree 38 Mal überschritten

Die Sulfatbelastung der Spree in Brandenburg ist nach Angaben der zuständigen Ministerien weiter zu hoch. Der Richtwert von 280 Milligramm Sulfat je Liter sei in diesem Jahr bereits 38 Mal überschritten worden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung von Umwelt- und Wirtschaftsministerium. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LGBR) sei sofort informiert worden, und habe nun zu prüfen, ob und welche Maßnahmen zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) zu veranlassen sind, hieß es weiter.

Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt wurde am 12. September 2020 mit 284 Milligramm pro Liter zum 38. Mal eine höhere Sulfatkonzentration als der Richtwert von 280 Milligramm pro Liter am Pegel Neubrück erfasst.
Frankfurt (Oder) wird von dem an der Spree gelegenen Wasserwerk Briesen mit Trinkwasser versorgt. Zur Sicherung der Trinkwasserqualität in Frankfurt (Oder) wurde im Jahr 2019 ein Bewirtschaftungserlass für Sulfat gemeinsam vom Umwelt- und Wirtschaftsministerium erlassen. Der Trinkwassergrenzwert für Sulfat liegt nach Angaben des Landesamtes für Umwelt per Verordnung bei 250 Milligramm pro Liter im Reinwasser. Dieser Wert werde vom Wasserwerk Briesen bisher eingehalten.
Corona-Studie
© Max-Planck-Gesellschaft

Große Berliner Corona-Studie

Wie erging es Ihnen vor, während und nach dem Lockdown? Ihre Erfahrungen sind wichtig - damit wir derartige Herausforderungen zukünftig besser bewältigen können. mehr

Das LBGR hat bereits ein Gutachten für das Wasserwerk Briesen beauftragt. Damit soll die Gefahrenlage für die Trinkwasserversorgung am Standort des Wasserwerks besser abgeschätzt werden. Mit Ergebnissen der Untersuchung ist zum vierten Quartal 2020 zu rechnen.
Grüne Liga, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Grünen fordern seit längerem einen Nothilfeplan für das Land. Die Landesregierung sei auf die steigenden Sulfatwerte im Trinkwasser nicht genügend vorbereitet, hatte Michaela Kruse, Klimaschutzreferentin beim BUND Brandenburg, gesagt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. September 2020 18:25 Uhr

Weitere Meldungen