Virtueller Wandertag: Theater fliegt mit Schülern ins All

Virtueller Wandertag: Theater fliegt mit Schülern ins All

Mit einer virtuellen Premiere startet das Figurentheater Chemnitz in die neue Spielzeit und hebt gleich erstmal ab: Mit dem digitalen Live-Theaterstück «Wandertag im Weltraum» ging es am Mittwoch in Richtung der Internationalen Raumstation ISS. «Durch die aktuelle Corona-Pandemie haben die Schüler nicht die Möglichkeit, einen Wandertag zu machen. Wenn die Schüler nicht rausgehen können, dann bringen wir die Welt zu ihnen», erläuterte die Direktorin des Figurentheaters, Gundula Hoffmann.

Wandertag im Weltraum

© dpa

Christian Claas, Regisseur (l) und Claudia Acker, Puppenspielerin, im Figurentheater Chemnitz.

Während die Theaterleute auf der Bühne in Chemnitz mit der Astronautin Dr. Radix ins Weltall fliegen und den Außerirdischen L.A.I.K. kennenlernen, erleben die Schüler das Stück zeitgleich per Livestream in ihrem Klassenzimmer. Möglich machen das vier Kameras, die rund um die Bühne des Figurentheaters aufgebaut sind, und die sogenannte Blue-Screen-Technik, erläutert Produktionsleiter Torben Ibs. Dabei agieren die Darsteller vor einer blauen Leinwand analog auf ihrer angestammten Bühne, während digital zum Beispiel der Blick aus der ISS auf den blauen Planeten eingeblendet wird.
Der etwas andere Wandertag fusioniert dabei Puppentheater mit digitaler Technologie und schulrelevantem Lehrstoff für die Klassen 2 bis 5. Bei der virtuellen Premiere waren demnach Schulen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Brandenburg dabei. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Verein ASA-FF, der sich für globales Lernen einsetzt. «Wir möchten mit diesem Projekt ganz bewusst neue digitale Lernräume erschließen», so Vereinsvorsitzender Franz Knoppe.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Technisch sei es eine enorme Herausforderung für das Team, die verschiedenen Ebenen zusammenzubringen. Denn das Stück ist auch noch interaktiv - die Theaterzuschauer sollen und können also mit den Darstellern während der Vorstellung ins Gespräch kommen, aber auch schulübergreifend im virtuellen Raum miteinander diskutieren.
Inhaltlich greift der «Wandertag im Weltraum» die großen Fragen unserer Zeit auf: So thematisiert das Stück unter anderem die Abholzung des Regenwaldes für den Anbau von Palmöl und die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. Das Fazit des Außerirdischen nach rund 60 Minuten ist ernüchternd: «So habe ich mir das nicht vorgestellt auf der Erde», meint L.A.I.K. und will in 1000 Jahren wiederkommen, um zu sehen, ob die Menschheit ihre Probleme in den Griff bekommen hat.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 16. September 2020 12:10 Uhr

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