Landkreis trifft nach Schweinepest-Fall erste Maßnahmen

Landkreis trifft nach Schweinepest-Fall erste Maßnahmen

Nach dem deutschlandweit ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein hat der betroffene Landkreis Spree Neiße erste Maßnahmen getroffen. Um den Fundort in der Gemeinde Schenkendöbern wurde ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 15 Kilometern festgelegt. Hinweisschilder sollen noch aufgestellt werden, wie der Landkreis am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilte. Einige Dörfer sind betroffen. Zudem soll das Gebiet verstärkt bejagt werden. Zudem soll am kommenden Montag mit dem Aufstellen eines Elektrozauns in einem Radius von mindestens drei Kilometern begonnen werden. Außerdem wurde eine Pufferzone von 30 Kilometer Radius eingerichtet.

Harald Altekrüger (CDU), Landrat Spree-Neiße

© dpa

Harald Altekrüger (CDU), Landrat Spree-Neiße

Die Bevölkerung werde mit einer Allgemeinverfügung umfassend informiert, kündigte Landrat Harald Altekrüger (CDU) an. Diese werde derzeit erarbeitet. Die Maßnahmen beträfen einen großen Teil des Landkreises und reichten bis nach Cottbus. Auch der Landkreis Oder-Spree sei betroffen, so Altekrüger. Ein Krisenstab koordiniere die Maßnahmen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der Wildschweinkadaver war am Freitag auf einem abgeernteten Maisfeld von einem Spaziergänger entdeckt worden, der den zuständigen Jäger informierte. Der Landkreis geht derzeit von einem Einzelfund aus. Wie lange das tote Wildschwein dort schon gelegen hat, werde derzeit geprüft, sagte Amtstierarzt Helfried Kröber. Er schloss deshalb eine Verbreitung der Schweinepest auf andere Wildtiere zunächst nicht aus. Seit November 2019 breitet sich die Krankheit, die für Menschen ungefährlich ist, vor allem in Westpolen aus.
Im gefährdeten Gebiet gibt es 17 Schweinehalter mit schätzungsweise 4000 Tieren, erläuterte Kröber. Von allen Tieren müssten Proben genommen werden. Jeder Betrieb werde einzeln aufgesucht. Die Schweine dürften sich nur noch in den Ställen aufhalten. Der wirtschaftliche Schaden für die Landwirte sei noch nicht abzusehen, so Kröber.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. September 2020 16:13 Uhr

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