Jagdverband: Nach Schweinepest-Ausbruch schnelles Handeln

Jagdverband: Nach Schweinepest-Ausbruch schnelles Handeln

Der Deutsche Jagdverband hat nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland ein schnelles Handeln der Behörden gefordert. «Ganz wichtig ist, den Fundort schnellstmöglich zu isolieren», sagte der Verbandssprecher Torsten Reinwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Maßnahmen müssten vor Ort eng mit Jägern und Landwirten erarbeitet und umgesetzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zuvor war der Kadaver eines mit ASP infizierten Wildschweins in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze gefunden worden.

Jägerin im Wald

© dpa

Eine Jägerin blickt während der Dämmerung an einem Waldstück durch ein Fernglas.

Das Virus sei hochinfektiös, überlebe sogar beim Räuchern von Wurst und bleibe an Holz bis zu 200 Tage haften, sagte Reinwald. Ein infizierter Kadaver könne nur in einem Spezialbehälter abtransportiert werden. Deshalb appellierte Reinwald an alle Beteiligten, verdächtige Tiere auf keinen Fall anzufassen, sondern sofort die Polizei oder die zuständige Veterinärbehörde zu alarmieren. Vor allem Jäger, Förster und Landwirte seien jetzt zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Je früher ein Ausbruch erkannt werde, desto größer die Chance, diesen einzudämmen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

Tipp: Urlaub in Brandenburg

Ausflugsziele, besondere Landschaften und Orte in Brandenburg plus Seen, Radtouren, Wanderungen, Ziele für Familien, Unterkünfte und mehr

Unter gewöhnlichen Umständen breite sich die Afrikanische Schweinepest mit maximal 20 Kilometern pro Jahr aus, sagte Reinwald. «Die große Gefahr ist der Mensch.» Wenn Menschen in Kontakt mit dem Virus kämen, könnten sie ihn über hunderte Kilometer verschleppen, etwa über Schmutz an den Radkästen von Autos oder an Schuhsohlen und Kleidung.
Beim Fund eines infizierten Tieres empfehle der DJV gemeinsam mit Tierseuchenexperten, ein Kerngebiet von etwa 20 Quadratkilometern um den Fundort herum auszuweisen, sagte Reinwald. Ein weiteres Gebiet von rund 1000 Quadratkilometern könne als gefährdeter Bezirk eingestuft werden. Schließlich gebe es noch eine Pufferzone von grob 12 000 Quadratkilometern. Innerhalb des Kerngebietes könne die Veterinärbehörde anordnen, dass schweinehaltende Betriebe all ihre Tiere töten und entsorgen müssten, so Reinwald.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. September 2020 11:16 Uhr

Weitere Meldungen