25-Jähriger wegen getöteter Rentnerin vor Gericht

25-Jähriger wegen getöteter Rentnerin vor Gericht

Mehrere Jahre lang suchten die Ermittler nach dem Tod einer Rentnerin aus Erkner (Oder-Spree) nach einem Täter. Am Freitag steht ein 25-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die 72-Jährige im Juni 2015 in ihrer Wohnung heimtückisch und aus Habgier getötet zu haben.

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia

© dpa

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia.

Der Angeklagte und die Getötete sollen sich laut Gericht durch mehrere Besuche gekannt haben. Am Tattag, dem 4. Juni 2015, soll der damals 19-Jährige durch den Keller in die Wohnung der 72-Jährigen im Fichtenauer Weg eingedrungen sein. Dort habe er den Hauptsicherungsschalter ausgeschaltet, so dass es im Gebäude völlig dunkel wurde.
Er habe in der Wohnung «stehlenswerte Gegenstände» entwenden wollen, heißt es in der Presserolle des Gerichts. Dabei sei er fest entschlossen gewesen, die 72-Jährige im Falle eines Zusammentreffens auch zu töten.
Die Rentnerin, die wegen der Dunkelheit von einem technischen Defekt ausging, sei auf dem Weg in den Keller gewesen, als sie in der dunklen Wohnung dem jungen Mann begegnete. Mit einem Messer soll der Angeklagte auf die Rentnerin eingestochen haben. Sie starb unmittelbar an ihren schweren Stichverletzungen. Mit der Geldbörse der Frau sei der 25-Jährige dann geflüchtet. Eine Familienangehörige fand die Leiche der Frau später in der Wohnung.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Mehrere Jahre suchten die Ermittler nach einem Täter. Zeugenaufrufe wurden geschaltet, die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 2500 Euro aus. Dennoch blieben Hinweise aus. Mehr als ein Jahr später suchte die Polizei über die Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» des ZDF erneut nach Zeugen. Dann, mehr als vier Jahre nach der Tat, fassten die Ermittler im Januar 2020 schließlich den 25-jährigen Berliner. Eine DNA-Spur, die der Angeklagte bei einem Einbruch in eine Schule hinterlassen haben soll, lieferte den Treffer. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.
Für den Prozess hat das Gericht fünf Tage angesetzt. Zum ersten Prozesstag hat das Gericht drei Polizisten als Zeugen geladen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 2. September 2020 17:06 Uhr

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