In fünf Monaten 22 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt

In fünf Monaten 22 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Die Polizei in Brandenburg hat von März bis 22. Juli dieses Jahres 1840 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Das waren 22 Prozent mehr Delikte als im Vorjahreszeitraum, teilte das Sozialministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mit. Im Berichtszeitraum wurden auch drei Frauen getötet.

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen

© dpa

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene).

In den vier Monaten vom März bis Juni dieses Jahres, und damit während der Corona-Pandemie, wurden 1352 Anzeigen von Fällen der häuslichen Gewalt erfasst; 152 mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Dazu zählen nach den Angaben Delikte wie körperliche, sexuelle, psychische und wirtschaftliche Gewalt in Familie, Ehe und Partnerschaft. Laut Polizei haben vor allem die Fälle von Körperverletzungen zugenommen.
Abgenommen hat dagegen die Zahl der Anzeigen nach dem Gewaltschutzgesetz. Sie verringerten sich im Jahresvergleich der vier Monate von 25 auf 16. Damit wurden Verstöße gegen gerichtliche Anordnungen zum Schutz gegen Gewalt und Nachstellungen durch Täter geahndet.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Frauenhäuser in Brandenburg sind laut Ministerium derzeit nicht übermäßig ausgelastet. Alle Einrichtungen verfügten über freie Kapazitäten. Laut einer Abfrage Mitte Mai hatten zwei Frauenhäuser keine freien Plätze mehr.
Die Auslastung der Frauenberatungsstellen sei regional unterschiedlich. Einzelnen Stellen würden seit Mai, Juni oder Juli wieder verstärkt aufgesucht. Insgesamt bewegten sich die Beratungszahlen jedoch nicht über dem Vorjahresniveau, erklärte das Ministerium.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 28. August 2020 09:31 Uhr

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