Studie: In Brandenburg fehlt Kita-Personal

Studie: In Brandenburg fehlt Kita-Personal

Trotz des Ausbaus von Kita-Plätzen und der Einstellung von mehr Mitarbeitern fehlt es in Brandenburg an Kita-Personal. Im vergangenen Jahr sei der Personalschlüssel in den Kindergärten im Land für rund 72 900 Kinder nicht kindgerecht gewesen, ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr kamen in Krippengruppen durchschnittlich 5,5 Kinder auf eine Fachkraft. In Kindergartengruppen waren es 10,4 Kinder. Zum Vergleich: Sechs Jahre zuvor lag in Krippengruppen der Personalschlüssel bei 1 zu 6,5 und in Kindergartengruppen bei 1 zu 11,5.

Kindergarten

© dpa

Ein Junge spielt in einem Kindergarten mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto.

Trotz dieser Verbesserungen, insbesondere für die jüngeren Kinder, sei Brandenburg noch immer weit entfernt von einem kindgerechten Betreuungsverhältnis, monierten die Experten. Der Personalschlüssel betrage normalerweise bei Krippengruppen 1 zu 3,0, bei Kindergartengruppen 1 zu 7,5.
Punkten kann Brandenburg laut Studie vor allem mit der Qualifikation des Kita-Personals, das im Vergleich zu der Situation in anderen Bundesländern auf einem hohen Niveau ist. Von den gut 17 400 pädagogisch arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind demnach 88 Prozent als Erzieherin oder Erzieher ausgebildet. Dies ist nach Auswertung der Daten unter allen Bundesländern der höchste Anteil.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Kathrin Bock-Famulla, Bildungsexpertin der Bertelsmann-Stiftung, forderte das Land auf, beim Ausbau der Personalschlüssel nicht nachlassen. Ein hohes Qualifikationsniveau und kleine Gruppen ermöglichten nur im Zusammenspiel mit ausreichend Personal eine kindgerechte Bildungspraxis. Für den weiteren Ausbau der Personalressourcen in Brandenburg sei eine Gesamtstrategie notwendig, erklärte Bock-Famulla. Bei der geplanten Novellierung des Kita-Gesetzes müssten das Zusammenwirken von Personalschlüssel, Gruppengröße und Qualifikationsniveau berücksichtigt und verbindliche Stufen zum Ausbau festgelegt werden.
Das Brandenburger Bildungsministerium sieht ein insgesamt gutes Zeugnis für die Kita-Betreuung im Land durch die Studie. Nicht eingegangen sei die jüngste Verbesserung der Betreuung für Kinder im Kindergartenalter von 1 zu 11 auf 1 zu 10, hieß es. Dafür werden im Land im Jahr rund 40 Millionen Euro aufgewandt, hieß es. Zudem gebe es zur Schaffung neuer Kita-Plätze zusätzlich zu bestehenden Förderprogrammen mit Unterstützung des Bundes ein Investitionsprogramm von 28 Millionen Euro. Damit solle die Schaffung von rund 2500 Betreuungsplätzen unterstützt werden, betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 25. August 2020 17:26 Uhr

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