Kalbitz-Rücktritt: Gauland sieht «unverzeihliches» Verhalten

Kalbitz-Rücktritt: Gauland sieht «unverzeihliches» Verhalten

Nach dem endgültigen Rücktritt von Andreas Kalbitz als Vorsitzender der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion gibt es bislang keine Pläne für eine Neuwahl. Es bestehe kein Grund zur Eile, sagte die AfD-Landtagsabgeordnete Birgit Bessin am Mittwoch auf dpa-Anfrage. «Kommenden Dienstag bei der regulären Sitzung der Fraktion ist es nicht geplant.» Bessin ist eine von drei stellvertretenden Vorsitzenden. Sie werde nicht kandidieren. Über den Vorsitz werde sich jeder seine Gedanken machen, hieß es aus Kreisen der Fraktion.

Alexander Gauland (AfD)

© dpa

Alexander Gauland (AfD), Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, spricht.

Nach interner Kritik an seinem Führungsstil war Kalbitz am Dienstag von seinem Amt zurückgetreten. Nach einer wohl unbeabsichtigt heftigen Begrüßung durch Kalbitz musste der amtierende AfD-Fraktionschef Dennis Hohloch ins Krankenhaus. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung, sagte Bessin.
Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, sagte am Mittwoch auf Anfrage, er habe selbst mit Hohloch gesprochen, um sich aus erster Hand über den Vorfall zu informieren. Was da geschehen sei, sei «unverzeihlich», sagte er. Mit seiner Unterstützung für Kalbitz in der Kontroverse um dessen Mitgliedschaft in der Partei habe das aber nichts zu tun. «Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.»
Am Freitag entscheidet das Berliner Landgericht über Kalbitz' Eilantrag gegen eine Entscheidung des AfD-Bundesvorstandes. Dieser hatte im Mai seine Parteimitgliedschaft mit knapper Mehrheit für nichtig erklärt. Die AfD-Landtagsfraktion wolle sich am kommenden Dienstag in ihrer regulären Sitzung auch mit der Entscheidung des Landgerichts befassen, kündigte Bessin an.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Erst nach der Entscheidung über die umstrittene Annullierung der AfD-Mitgliedschaft von Kalbitz rechnet der Berliner Politologe Aiko Wagner damit, dass wieder Ruhe im märkischen Landesverband der Partei einkehrt. Man müsse abwarten, wie sich der frühere Landes- und Fraktionsvorsitzende dann verhalte, sagte Wagner am Mittwoch im RBB-Inforadio.
«Ich gehe davon aus, dass sich die Partei beruhigt.» Und weiter: «Wähler goutieren es nicht, wenn Parteien intern zerstritten sind.» Die AfD habe sich in den Jahren ihres Bestehens mehrfach gewandelt, erinnerte der Wissenschaftler - jedoch nie hin zu moderateren Positionen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. August 2020 16:06 Uhr

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