Jahrhundertealtes «Groschengrab» in Teltow entdeckt

Jahrhundertealtes «Groschengrab» in Teltow entdeckt

Archäologen haben in Teltow (Potsdam-Mittelmark) ein jahrhundertealtes «Groschengrab» entdeckt. Beim Aushub einer Baugrube für ein Mehrfamilienhaus habe die Baggerschaufel einen Tontopf zerschlagen, aus dem mehrere Münzen in den Sand gekullert seien, berichtete das Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag. Die Bauarbeiten wurden von Mitarbeitern des Landesamts begleitet. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass in dem Topf mehr als 400 silberne Groschen verborgen waren. Außer einem Danziger Groschen aus dem Jahr 1539 stammten alle Münzen aus der Zeit zwischen 1572 und 1633.

1634 war die Stadt im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen geplündert worden. «Möglicherweise waren die Münzen im Vorfeld dieser Ereignisse versteckt worden», teilte das Landesamt mit. Das Baugrundstück grenzte zur damaligen Zeit an den Stadtwall. «Der ehemalige Besitzer konnte sein Münzvermögen offenbar nicht mehr bergen, sodass es erst 380 Jahre später wieder ans Tageslicht kam.»
400 Silbergroschen waren nach Angaben des Landesamts im 17. Jahrhundert ein großes Vermögen. «Ein Zimmermann verdiente sieben Groschen am Tag und ein Paar Schuhe kosteten 18 Groschen.» Da die Münzen einen Zeitraum von 62 Jahren umfassten, sei der Münzschatz sicherlich über mehrere Generationen hinweg gehortet worden.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 2. Juli 2020 14:12 Uhr

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