Zahl der gescheiterten Abschiebungen 2019 gestiegen

Zahl der gescheiterten Abschiebungen 2019 gestiegen

In Brandenburg sind im vergangenen Jahr 606 Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern aus Einrichtungen der Zentralen Ausländerbehörde gescheitert. 2018 waren es noch 338 Fälle, teilte das Innenministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion mit. Die Angaben beziehen sich allerdings nur auf Menschen im Bereich der Zentralen Ausländerbehörde. Über gescheiterte Abschiebungen der kommunalen Ausländerbehörden liegen der Landesregierung eigenen Angaben zufolge keine Daten vor.

Ein Flugzeug fliegt hinter Stacheldraht

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Ein Flugzeug fliegt hinter Stacheldraht.

Als Gründe für die fehlgeschlagenen Abschiebungen nannte das Innenministerium unter anderem Stornierungen nach ärztlichen Untersuchungen oder durch die Bundespolizei, Kirchenasyl und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Auch seien Ausländer während der Abschiebungen untergetaucht, hieß es.
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2018 hätte die größte Gruppe der Ausreisepflichtigen laut dem Dublin-Abkommen nach Italien abgeschoben werden sollen, Zielland der zweitgrößten Gruppe war Spanien. Weitere Länder, in denen die abgelehnten Asylbewerber hätten ausreisen sollen, waren unter anderem Schweden, Frankreich, Polen und die Schweiz. 2019 war Italien das Ausreiseland Nummer eins, gefolgt von Spanien und Frankreich.
In diesem Jahr waren bis zum 30. April laut Ministerium weitere 184 Abschiebungen aus Einrichtungen der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs gescheitert. Hier waren Frankreich, Italien, Schweden und Spanien meist die Zielländer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Juni 2020 06:19 Uhr

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