Großrazzia wegen Cybercrime: Hauptverdächtiger in Berlin

Großrazzia wegen Cybercrime: Hauptverdächtiger in Berlin

Mit einem Großaufgebot ist die Kriminalpolizei in ganz Deutschland sowie Österreich und Polen gegen Hunderte Nutzer eines illegalen Internet-Shops vorgegangen. Auf dem Portal namens «crimenetwork.co» wurden Drogen, gefälschte Ausweise, Falschgeld und geheime Daten verkauft, wie Staatsanwaltschaften in mehreren Bundesländern am Mittwoch mitteilten. Es gab bereits am Dienstag 232 Durchsuchungen, die meisten davon in Bayern. In Berlin wurden 24 Wohnungen oder andere Räume und in Brandenburg zehn Objekte durchsucht.

Polizei Blaulicht

© dpa

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet.

Einer der Hauptverdächtigen wurde am Montag in Berlin von einer Spezialeinheit der Brandenburger Polizei gefasst. Dem 29-jährigen Mann aus Brandenburg werden mehr als 1500 Straftaten vorgeworfen. In seinem Büro in Berlin-Mitte beschlagnahmte die Polizei moderne Computertechnik. Seit Dienstag sitzt der Mann in der Untersuchungshaft in Cottbus.
Bei weiteren Verdächtigen in Berlin wurden laut Staatsanwaltschaft Computer, Laptops, Tablets, Smartphones, diverse Datenträger, Drogen und zwei kleinere Cannabisplantagen beschlagnahmt. In Brandenburg richtete sich der Einsatz gegen zehn Verdächtige aus Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel sowie aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland und Uckermark.
Insgesamt nahm die Polizei 32 Menschen vorläufig fest. Mehr als 1400 Polizisten waren in fast allen deutschen Bundesländern im Einsatz. Nun laufen 328 Ermittlungsverfahren im In- und Ausland.
Der damals 26-jährige Administrator der Plattform wurde bereits im Mai 2019 festgenommen. Das Bundeskriminalamt habe den Mann aus Deutschland bei der Einreise gestoppt. Er sitzt seitdem im Gefängnis.
Danach wurde die Plattform geschlossen und die Experten der Kriminalpolizei aus mehreren Bundesländern sowie vom Bundeskriminalamt (BKA) konnten die beschlagnahmten Daten auswerten und Ermittlungen gegen die Nutzer einleiten. «In akribischer Kleinarbeit ist es in den letzten Monaten gelungen, zahlreiche Personen zu identifizieren, die crimenetwork.co für illegale Zwecke verwendeten.»
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Bei den Durchsuchungen fand die Polizei Rauschgift, diverse Waffen, digitale Währungen und Unterlagen der Nutzer. Außerdem wurden Datenträger mit mehr als 300 Terabyte, über 700 elektronische Geräte wie Laptops und Handys sowie mehrere zehntausend Euro Bargeld sichergestellt.
Auf «crimenetwork.co» wurden laut den Angaben auch geheime Informationen, illegal beschaffte Konten- und Kreditkartendaten sowie Werkzeuge und Waren, die für Straftaten dienen, ausgetauscht. Die Nutzer sollten damit etwa Online-Bestellungen mit fremden Kontodaten bezahlen oder betrügerische Überweisungen tätigen. Die Nutzer hätten zudem Anleitungen ausgetauscht, wie sie ihre Daten im Internet verschlüsseln und sich dort anonym bewegen können. «crimenetwork.co» sei der Nachfolger des schon geschlossenen Forums «crimenetwork.biz», hieß es.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Juni 2020 17:33 Uhr

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