Bombe in Havel soll entschärft oder gesprengt werden

Bombe in Havel soll entschärft oder gesprengt werden

Eine auf dem Grund der Havel in Potsdam entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll am Freitag entschärft oder möglicherweise gesprengt werden. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Um den Fundort nahe der Freundschaftsinsel in der Innenstadt werde am Freitagmorgen ein Sperrkreis von 800 Metern eingerichtet. Etwa 13 000 Menschen im Zentrum und in einer Hochhaussiedlung müssen dann ihre Wohnungen verlassen. Zudem werden der Hauptbahnhof, zwei Havel-Brücken, drei Seniorenheime, mehrere Museen und die Feuerwache gesperrt. Das Klinikum Ernst von Bergmann am Rande des Sperrkreises müsse nicht evakuiert werden.

Ein entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle

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Ein entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle.

«Es ist eine außergewöhnliche Situation, da die Bombe unter Wasser im Schlamm liegt», sagte Sprengmeister Mike Schwitzke laut Mitteilung. Zunächst würden Taucher einen Aluring über der Bombe absenken, damit der Blindgänger freigelegt und identifiziert werden könne. «Erst dann, wenn wir den Zünder und den Zustand der Bombe kennen, können wir entscheiden, ob entschärft werden kann oder gesprengt werden muss», erklärte Schwitzke.
«Es ist ein sehr großer Sperrkreis, beide Brücken sind betroffen und es sind sehr viele Menschen, die evakuiert werden müssen», erklärte die Beigeordnete für Ordnungsangelegenheiten, Brigitte Meier.«In dieser besonderen Zeit möchte ich an die Bürgerinnen und Bürger appellieren, zügig den Sperrkreis zu verlassen, Abstände einzuhalten und außerhalb des Sperrkreises, wenn möglich, zu Hause zu bleiben.»
Die Fünf-Zentner-Bombe englischer Bauart war nach Angaben der Stadt am Dienstag bei einer systematischen Suche in drei Meter Tiefe im Schlamm der Havel gefunden worden. Während der Sperrzeit bis zur Entschärfung des Blindgängers sollen die Regionalbahnen umgeleitet werden, die S-Bahnen der Linie S7 enden und starten im S-Bahnhof Babelsberg. Der Straßenbahnverkehr wird unterbrochen und der Autoverkehr weiträumig umgeleitet. Mehr als 400 Mitarbeiter der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei sollen den Sperrkreis am Freitagvormittag räumen und absichern.
Bei der Bombe handele es sich um den 203. Blindgänger, der seit der Wende gefunden wurde, teilte die Stadt mit. In der Statistik werden Fliegerbomben ab 50 Kilogramm erfasst.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Juni 2020 17:34 Uhr

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