Nachfrageboom in Brandenburgs Gartenbaubetrieben

Nachfrageboom in Brandenburgs Gartenbaubetrieben

Blühende Gärten, Balkone und Terrassen oder der kleine Blumenkasten vor dem Fenster: In Corona-Zeiten haben viele Brandenburger Freude am Gärtnern gefunden. «Für die Zierpflanzenbaubetriebe war es bislang eine spannende Saison mit guter Nachfrage», sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, der Deutschen Presse-Agentur. «Viele Gärtnereien waren schnell ausverkauft.» Blumen, Stauden und Gemüsepflanzen waren seit dem Frühjahr immer schnell vergriffen.

Brandenburger Gartenbaubetrieb

© dpa

Nur noch wenige Pflanzen sind in den Gewächshäusern der Gärtnerei Gentz zu finden.

In der Gärtnerei Gentz in Werder (Havel) sind die Reihen auf den Pflanztischen sichtbar gelichtet. Schon früher als in den Vorjahren seien in diesem Jahr Pflanzen aufgrund der warmen Witterung gefragt gewesen, sagt Geschäftsführer Jürgen Gentz. Jeder wollte so schnell wie möglich den Frühling ins Haus oder in den Garten holen.
Als systemrelevanter Betrieb war die Gärtnerei die ganze Zeit über geöffnet. «Beet- und Balkonpflanzen sind jetzt nahezu ausverkauft. Da kommt nichts mehr nach», sagt Gentz.
Auch Gemüsepflanzen wie Salate, Kohlrabi, Rote Beete oder Tomaten seien die ganze Zeit über stark nachgefragt gewesen. Für Tomatenpflanzen gebe es definitiv keinen Nachschub mehr, da sei die Verkaufssaison vorbei. Bei einigen Gemüsepflanzen könne er den Kunden aber Hoffnung machen. Nach seinen Angaben ist noch gesät worden. Im Gewächshaus wachsen Jungpflanzen für einige Salate, Kohlsorten und für Rote Beete heran. «Ausgesät wird immer kontinuierlich in Abständen, um nacheinander verkaufen zu können», sagt Gentz. Und es beginne jetzt das Geschäft mit Erdbeeren: Da sei Pflanzzeit.
Zierpflanzenbaubetriebe sind nach Angaben des Verbands-Geschäftsführers in diesem Jahr schnell an ihre Grenzen gestoßen. Sie mussten den Spagat zwischen Ansturm auf ihre Gärtnereien bei gleichzeitiger Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen bewältigen. «Und das zu einer Zeit, in der die Betriebe ohnehin wegen des vollen Warenangebots fast aus den Nähten platzten», sagte Jende. «Ob sich das am Ende alles betriebswirtschaftlich gelohnt hat, kann erst zum Jahresende gesehen werden», sagte er.
Nach seinen Informationen war die Nachfrage insgesamt hoch. Vor allem Standardware wie Geranien und Veilchen waren gefragt. Begehrt waren duftende blühende Exemplare. Große Nachfrage habe es nach Pflanzen gegeben, die bei Bienen und anderen Insekten beliebt seien, wie Sonnenblumen, Margeriten, Katzenminze oder Glockenblumen.
Von den rund 450 Brandenburger Gartenbaubetrieben beschäftigen sich knapp 70 mit Zierpflanzenbau und knapp 200 mit Gemüseanbau. Allein im Zierpflanzenbau gibt es rund 480 Beschäftigte. Sie bewirtschaften 60 Hektar, davon 40 Hektar im Freiland.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 21. Juni 2020 10:28 Uhr

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