Bürgermeister vor Großdemo: Abstandsregeln einhalten

Bürgermeister vor Großdemo: Abstandsregeln einhalten

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat vor der für Sonntag geplanten «Unteilbar»-Demonstration an Teilnehmer und Redner appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. «Ein Konzept ist nur so gut, wie es dann auch von den Menschen tatsächlich umgesetzt wird», sagte Hikel, in dessen Bezirk die Menschenkette enden soll, am Samstag im RBB-Inforadio. Mit einer Menschenkette statt einem Demonstrationszug sollen die Abstandsregeln eingehalten werden. Innensenator Andreas Geisel hatte schon am Freitag erklärt, man habe dem Veranstalter die Auflage gegeben, dass Teilnehmer Mund-Nasen-Schutz tragen müssen.

Hikel bat darum, Infektionsschutz und Abstandsregeln «als Teil unserer Normalität» zu akzeptieren und Mund-Nasen-Schutz zu tragen - es gehe am Ende um Menschenleben. Bislang seien die Menschen diszipliniert gewesen. «Wir sind kein Polizeistaat. Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen auch Verantwortung übernehmen und sich an die Infektionsschutzmaßnahmen halten», sagte der SPD-Politiker. Falls sich allerdings Teilnehmende am Sonntag nicht an die Regeln halten, sollten Redner darauf hinweisen und diejenigen dazu aufrufen, die Demonstration zu verlassen. Auch die Polizei achte auf die Einhaltung der Regeln.
Würde ein starker Corona-Ausbruch zu erneuten Beschränkungen führen, verstärke dies genau die sozialen Ungerechtigkeiten, gegen die am Sonntag demonstriert werde, argumentierte Hikel. «Die Corona-Krise hat ja auch ein Stück weit gezeigt, wie schwierig es ist dann unter diesen Umständen für Menschen mit wenig Geld und nicht den Ressourcen, zum Beispiel ihre Kinder zu Hause zu unterrichten.»
Das Bündnis «Unteilbar» will am Sonntag von 14.00 bis 15.00 Uhr eine neun Kilometer lange Menschenschlange vom Brandenburger Tor bis Berlin-Neukölln mit dem Titel «Band der Solidarität» bilden. Dabei gibt es Themenabschnitte zu Anti-Rassismus, Klimaschutz, Feminismus und Kinderrechten.
Am vergangenen Wochenende hatten auf dem Berliner Alexanderplatz rund 15 000 Menschen demonstriert. Viele trugen zwar eine selbstgenähte Maske, standen aber nah beieinander - daran gab es danach Kritik.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 13. Juni 2020 13:00 Uhr

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