Festivals: «Langzeitbetroffene» der Corona-Krise

Festivals: «Langzeitbetroffene» der Corona-Krise

Festivalbetreiber sind nach Angaben der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Brandenburg besonders schwer von der Corona-Krise betroffen. Privatwirtschaftlich organisierte Festivals erleiden nach einer Hochrechnung einen Schaden von rund 12 Millionen Euro, dabei seien die bereits ausbleibenden Ausgaben berücksichtigt worden, sagte Franziska Pollin von der Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch im Kulturausschuss des Landtages in Potsdam. Derzeitige Nothilfe-Programme reichten nicht aus, um die Verluste abzufangen, so Pollin. Für gemeinnützig organisierte Festivals belaufe sich der geschätzte Schaden auf 670 000 Euro.

Manja Schüle (SPD)

© dpa

Manja Schüle (SPD) spricht.

Die Betreiber seien «die Langzeitbetroffenen» der Corona-Krise, sagte Pollin. Die Festivals könnten wegen einer strengen Genehmigungspraxis wie dem Umwelt- und Emissionsschutz nicht einfach im Folgejahr doppelt nachgeholt werden. Der geschätzte Einnahmeausfall für privatwirtschaftliche Festivals belaufe sich auf rund 50 Millionen Euro und für gemeinnützige auf 4,6 Millionen Euro.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hatte dem Kabinett einen Stufenplan für die Öffnung von Kultureinrichtungen vorgestellt. Demnach sind Kulturveranstaltungen zunächst wieder mit bis zu 150 und ab dem 1. August dann 500 Besuchern unter freiem Himmel sowie in geschlossenen Räumen mit zunächst bis zu 75 und ab 1. August dann 150 Besuchern erlaubt. Ab September sieht der Plan, sofern sich die Infektionslage nicht verschlimmere, unter Vorbehalt eine Erlaubnis von Veranstaltungen mit bis zu 1000 Besuchern vor.
Viele Festivals bleiben jedoch auch nach den Lockerungen aus. So findet weder das Helene-Beach-Festival am Helenesee in Frankfurt (Oder) noch das Feel-Festival im Elbe-Elster-Kreis statt. Hier schätzt die Arbeitsgemeinschaft die entgangenen Einnahmen auf rund 2,2 Millionen Euro.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. Juni 2020 16:18 Uhr

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