Studie: Rentner leben am günstigsten in Südbrandenburg

Studie: Rentner leben am günstigsten in Südbrandenburg

Renter in Deutschland können einer Studie zufolge am günstigsten im Südbrandenburger Landkreis Elbe-Elster leben. So haben demnach 1000 Euro für Rentner in München - dem teuersten Altersruhesitz - eine Kaufkraft von 760 Euro. Im Kreis Elbe-Elster - der günstigsten Wohngegend - liegt der reale Wert dagegen bei 1160 Euro, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ergab. Bundesweit variiere die Kaufkraft regional um bis zu 52 Prozent.

Euro-Münzen

© dpa

Euro-Münzen sind übereinander gestapelt.

Für die Auswertung hat das Institut die Lebenshaltungskosten der Rentner in 401 Kreisen und kreisfreien Städten verglichen. Dafür wurde die Gewichtung des allgemeinen Warenkorbs des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen angepasst. Gesundheitsausgaben und Mieten haben in dieser Altersgruppe demnach ein höheres Gewicht. Kosten für Bildung spielen eine geringere Rolle.
Alle brandenburgischen Kreise und kreisfreien Städte liegen demnach unterhalb des Bundesdurchschnitts - mit einer Ausnahme: Potsdam. Die Landeshauptstadt und Berlin sind die einzigen ostdeutschen Kommunen in der Liste der 50 teuersten Regionen Deutschlands: Potsdam auf Platz 38, Berlin auf Platz 44.
«Der Wohnort hat großen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten und damit den Wohlstand im Alter», erläuterte Studienautor Heiko Burret. Einbußen beim Lebensstandard drohten überall dort, wo die Alterseinkünfte im Verhältnis zum regionalen Preisniveau sehr niedrig ausfielen.
«Dass wir bei den Lebenshaltungskosten eher günstig abschneiden, das hat uns nicht überrascht. Die Spitzenposition aber sehr wohl», erklärte der Sprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard, zum Ergebnis der Studie. Die Region sei strukturschwach und die Mietkosten lägen etwas unter dem Durchschnitt. Zudem gebe es eine verhältnismäßig hohe Eigentumsquote, die sich auch im Alter bezahlt mache, erläuterte er. Darüber hinaus dürfte sich der hohe Grad an ambulanter Pflege in der Region finanziell niederschlagen. Kulturelle Angebote seien vergleichsweise günstig zu haben, so Hoffgaard.
Die Verbandsgemeinde Liebenwerda sieht sich durch das Ergebnis der Studie in ihrem Einsatz für eine altersfreundliche ländliche Gemeinde bestätigt. Man habe bereits vor fünf Jahren konkreter angefangen, Ideen zu entwickeln, sagte Bürgermeister Herold Quick der Deutschen Presse-Agentur. Städte wie Falkenberg arbeiteten gemeinsam mit anderen Kommunen im Kreis an dem Projekt «Altersfreundliche Gemeinde», das von Fachleuten der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) begleitet werde. Das Konzept sei eine große Chance, weil ältere Menschen dadurch länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten, so Quick.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Gemeinsam mit den Senioren sei überlegt worden, wie man altersgerechtes Wohnen in die Städtebausanierung mit einfließen lassen könne. Bänke seien in der Stadt aufgestellt und Gehwege abgesenkt worden. Zudem wurden Überquerungshilfen an Straßen geschaffen. Auch im Kurort Bad Liebenwerda arbeite ein Seniorenbeirat mit der Stadt zusammen. Zudem werde über die Mobilitätsfrage weiter nachgedacht, berichtete der Bürgermeister. Es gehe darum, die Ortsgemeinden besser zu vernetzen, damit Senioren auch ohne eigenes Auto Arztbesuche oder Einkäufe wahrnehmen könnten.
Nach Angaben des Landkreises hat rund jeder fünfte Einwohner das 65. Lebensjahr erreicht oder überschritten. Der prognostizierte Anteil an der Gesamtbevölkerung steigt bis zum Jahre 2030 sogar auf über 25 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt in Elbe-Elster mit rund 48 Jahren deutlich höher als im Bundesdurchschnitt mit 44 Jahren. Im Landkreis Elbe-Elster leben derzeit 101 795 Menschen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. Mai 2020 15:58 Uhr

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