Gute Jahresbilanz bei enviaM 2019 - Gedämpfte Aussichten

Gute Jahresbilanz bei enviaM 2019 - Gedämpfte Aussichten

Der ostdeutsche Energiedienstleister enviaM rechnet nach guten Zahlen für 2019 wegen der Corona-Krise mit einem sinkenden Umsatz für das laufende Jahr. Wie das in Chemnitz ansässige Unternehmen am Freitag in einer Videokonferenz mitteilte, werde mit Verlusten durch den Wiederverkauf bereits gekaufter Strommengen sowie geringerer Einnahmen aus den Netzentgelten gerechnet. Als Grund wurde der geringere Stromverbrauch durch den Lockdown genannt.

EnviaM-Logo

© dpa

Das Logo des Energiedienstleisters EnviaM auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Chemnitz.

Über die Größenordnung der Einbußen wurden keine konkreten Angaben gemacht. «Wir tragen die Zahlen gerade erst zusammen», sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Lowis. Zugleich betonte er, dass das Unternehmen von den Auswirkungen der Krise nicht so hart betroffen sei wie andere Branchen. «Wir können uns mit Wachstumsthemen befassen.»
Für 2019 bilanzierte die enviaM-Gruppe stabile Wirtschaftsdaten. Nach 3,13 Milliarden Euro 2018 setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 3,09 Milliarden Euro um. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebita) ging von 324,8 Millionen Euro auf 315,8 Millionen Euro zurück. «Wir sind ein robustes Unternehmen», sagte Lowis.
An die Aktionäre werden gut 161 Millionen Euro Dividende (65 Cent je Aktie) gezahlt. Die EON-Tochter innogy SE erhält als Mehrheitseigentümer davon rund 95 Millionen Euro. Die etwa 650 ostdeutschen Städte und Kommunen, die 41,43 Prozent der Aktien halten, teilen sich 66,8 Millionen Euro.
Für das laufende Jahr stehen Lowis zufolge Investitionen in das Stromnetz und den Ausbau der digitalen Infrastruktur im Vordergrund. «Die Krise hindert uns nicht daran, den Ausbau fortzusetzen», betonte er. So sind 288 Millionen Euro für Bau und Modernisierung von neun Umspannwerken und fünf Hochspannungsleitungen vorgesehen. Der bislang nur auf Geschäftskunden beschränkte Ausbau des Glasfasernetzes soll auf Privatkunden ausgeweitet werden.
Lowis warnte dafür, die Bewältigung der Corona-Krise vom Klimaschutz zu entkoppeln. Man müsse an beidem mit voller Wucht arbeiten. «Der Klimawandel nimmt keine Rücksicht auf Corona und umgekehrt», sagte der Vorstandschef. Konjunkturprogramme sollten Investitionen für den Klimaschutz zwingend berücksichtigen. Zudem müssten Investitionshemmnisse für die Energiewende beseitigt werden.
EnviaM will die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien vorantreiben. Im Windpark in Lützen (Sachsen-Anhalt) werden zwei neue Anlagen mit einer Leistung von 7,2 Megawatt errichtet. In Woschkow (Brandenburg) werden drei alte Windkraft-Anlagen durch zwei neue leistungsstärkere ersetzt und so die Leistung dort von 8,5 auf 10,9 Megawatt erhöht. In Artern (Thüringen), Nienburg, Bitterfeld-Wolfen und Neugattersleben (alles Sachsen-Anhalt) sollen Photovoltaik-Anlagen sowie in Wurzen (Sachsen) ein neues Wasserkraftwerk gebaut werden.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Im Zusammenhang mit der Corona-Krise erneuerte Lowis die Zusage, dass Kunden zuverlässig mit Strom, Gas, Wärme und Dienstleistungen versorgt würden. «Es muss sich niemand Sorgen um die Versorgungssicherheit machen», betonte er. Sein Unternehmen würde zudem alle Verpflichtungen beim Sponsoring einhalten und keine Mitarbeiter entlassen.
Die Envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) versorgt in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Dienstleistungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Mai 2020 15:10 Uhr

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