Brandenburg stockt Pflegebonus auf

Brandenburg stockt Pflegebonus auf

Die Pflegekräfte in Brandenburg sollen für ihren Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus in diesem Jahr eine einmalige Prämie von bis zu 1500 Euro bekommen. Der Landtag beschloss am Freitag in Potsdam, dass das Land den vom Bundestag vereinbarten Pflegebonus von bis zu 1000 Euro mit 500 Euro aus dem Rettungsschirm aufstockt, wie ein Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen vorsieht.

Landtag Brandenburg

© dpa

Zusätzliche Stühle im Landtag wegen der Corona-bedingten Wahrung des Sicherheitsabstandes.

Der Bundestag hatte am Donnerstag vereinbart, dass Beschäftigte in der Altenpflege in diesem Jahr je nach Aufgabe und Arbeitszeit eine gestaffelte Prämie von bis zu 1000 Euro aus der Pflegeversicherung bekommen. Sie kann auf bis zu 1500 Euro steuerfrei aufgestockt werden. Andere Länder hatten dies bereits angekündigt.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, Brandenburg werde die Aufstockung von 500 Euro für die Kräfte in Pflegeheimen, Tagespflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten übernehmen. «Es geht um ein besonderes Zeichen der Anerkennung für die Pflegekräfte, dass diese sich mehr als verdient haben», erklärte Woidke. Er leitete am Freitag als Bundesratspräsident die Sitzung der Länderkammer in Berlin und war deshalb nicht im Landtag. «Sie leisten Großes in der aktuellen Pandemielage und das unter oft sehr schwierigen Bedingungen.» In der Altenpflege arbeiten nach jüngsten Zahlen in Brandenburg rund 37 000 Beschäftigte.
Die Pflegekräfte seien besonders beansprucht, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegediensten verdienen deshalb unsere volle Anerkennung.» Sie sprach von Kosten für die Aufstockung der Prämie von etwa zehn bis maximal zwölf Millionen Euro. Der Rettungsschirm hat einen Umfang von zwei Milliarden Euro, er wird über Kredite bezahlt. Mehrere Pflegeheime in Brandenburg waren in der Vergangenheit von Infektionsausbrüchen des Coronavirus betroffen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die höchste Prämie soll es nach Angaben der Ministerin für Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege am Patienten geben. Für weitere Pflegebeschäftigte und Azubis sind entsprechend abgestufte niedrigere Sätze vorgesehen. Die Landesregierung soll sich nach dem Antrag der Kenia-Koalitionsfraktionen außerdem dafür einsetzen, dass Tarifverträge in der Pflege als allgemeinverbindlich eingestuft werden. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die geplante Aufstockung.
Die oppositionelle Linke in Brandenburg forderte bereits zuvor, dass die Regierung die Prämie aufstockt und auch andere Gesundheitsberufe einen Bonus bekommen. Ihr Abgeordneter Ronny Kretschmer sagte, neben der körperlichen Anstrengung sei für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen noch ein ungeheurer psychischer Druck hinzugekommen. «Das muss endlich honoriert werden ohne Wenn und Aber.» Er forderte mehr Grundgehalt und einen flächendeckenden Tarifvertrag.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Mai 2020 17:38 Uhr

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