Nonnemacher: Angehörigen haben unter Einsamkeit gelitten

Nonnemacher: Angehörigen haben unter Einsamkeit gelitten

Die Zeit des Besuchsverbotes in Brandenburger Pflege- und Altenheimen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr war nach Angaben von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) für alle Beteiligten schwer zu überstehen. Ohne Frage sei die organisatorische Umsetzung der gelockerten Besuchsregelungen für die Pflegeheime und Krankenhäuser eine sehr große Herausforderung, sagte Nonnemacher am Mittwoch. Die Vorbereitungszeit sei sehr kurz gewesen. Am Freitagabend hatte die Landesregierung die ab Samstag geltende Lockerung bekanntgegeben. Träger wie der Arbeiter-Samariter Bund (ASB) und die Arbeiterwohlfahrt kritisierten die kurzfristig in Kraft getretenen Lockerungen.

Ursula Nonnemacher

© dpa

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen).

Noch seien nicht in allen Einrichtungen Besuche möglich. «Hier bitten wir alle um Verständnis, wenn sie auf einen Besuchstermin noch warten müssen», sagte Nonnemacher. Menschen, die zu den Hochrisikogruppen zählten, müssten so gut wie möglich vor einer Infektion mit dem neuartigen Virus geschützt werden.
«Wir bekommen jetzt viele Rückmeldungen von Bewohnern, Angehörigen und Einrichtungen, die sich für die ersten Lockerungen der Besuchsregelungen bedanken», sagte Nonnemacher. Es tue den Menschen gut, sich nach so langer Zeit wiedersehen zu können.
«Viele Bewohner haben unter der Einsamkeit wirklich gelitten», sagte die Ministerin. Der Wunsch sei sehr groß, endlich wieder die Angehörigen sehen zu können. Sie appellierte an die Besucher, den Anweisungen der Einrichtungen und des Personals zu folgen und den Besuch einen Tag zuvor anzumelden, nicht eigenmächtig Bereiche zu betreten sowie Hygieneregeln zu beachten.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der Geschäftsführer des ASB Brandenburg, Dietmar Lippold, kritisierte die Art und Weise der kurzfristigen Umstellung, die man «quasi» über die Presse erfahren habe. «Wir haben nach diesen Tagen eine Vielzahl von Rückmeldungen bekommen, die belegen, wie anstrengend und kräftezehrend diese Hau-Ruck-Aktion der Politik war.» Es habe Angehörige gegeben, die sehr verständnisvoll agiert hätten. «Es gab aber auch Situationen, in denen sich die Pflegekräfte vor Ort nur durch das Rufen der Polizei zu helfen gewusst haben», so Lippold.
«Diese schnellen Lockerungen sind aus unserer Sicht ein Spiel mit dem Feuer. Wir hoffen sehr, dass durch diese Lockerungen keine Leben gefährdet werden», erklärte Anne Baaske, Geschäftsführerin der AWO Brandenburg. Wenn nun die Möglichkeiten zu privaten Treffen und die Besuchsmöglichkeiten gelockert sind, könnten damit auch die Ansteckungsgefahren steigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. Mai 2020 18:12 Uhr

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