Polnische Berufspendler fordern Lockerung für Pflegepersonal

Polnische Berufspendler fordern Lockerung für Pflegepersonal

Einwohner beiderseits der deutsch-polnischen Grenze fordern das Ende der Quarantäneregelung für Berufspendler aus medizinischen und sozialen Berufen. Am derzeit geschlossenen Grenzübergang zwischen Linken (Vorpommern-Greifswald) und Lubieszyn (Westpommern) formierte sich am Freitagabend die mittlerweile dritte Protestaktion. Die Teilnehmer demonstrierten unter dem Motto: «Lasst uns zur Arbeit! Lasst uns nach Haus!» und forderten auch die Öffnung weiterer Grenzübergänge für Berufspendler und Schüler.

Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals

© dpa

Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals.

Nach den Worten der Mitorganisatorin der Aktion, Katarzyna Werth, betrifft die erste Lockerung durch die polnische Regierung nicht die Medizinbranche. Dennoch sei es ein erster Erfolg auch ihrer Proteste, dass ein Teil der Pendler seit Montag wieder die Grenze passieren dürfe, ohne in Polen in eine 14-tägige Quarantäne zu müssen.
Ärzte, Schwestern, Pfleger und Mitarbeiter von Pflegediensten sind von den Lockerungen wegen der Gefahr des Eintrags von Coronaviren ausgenommen. Betroffen ist vor allem polnisches Personal in den Krankenhäusern Pasewalk, Ueckermünde und Neubrandenburg sowie in Prenzlau und Schwedt (beides Brandenburg). Viele hätten ihre Familien in Polen seit Wochen nicht gesehen, sagte Werth. Die Kliniken sowie die polnische Ärztekammer und der Marburger Bund unterstützen die Proteste.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Das Polnische Bundesnetzwerk Partizipation und Soziales erklärte, das Schengen-Abkommen ermögliche seit 2007 grenzübergreifende Anstellungen. Dazu gehöre vor allem der medizinische Bereich. «Doch während wir uns offiziell bei den medizinischen Fachkräften als ganze Gesellschaft bedanken, wird ausgerechnet diese Gruppe aus den neuen Grenzregularien, die ein quarantäne-freies Pendeln ermöglichen, ausgeschlossen», hieß es in einer Erklärung. Dies sei eine Diskriminierung der Berufsgruppe.
Nach Angaben der Organisation arbeiten Tausende polnische Fachkräfte, Mediziner, Apotheker, Bauarbeiter, Handwerker täglich in Deutschland. Werth zufolge liegt ihre Zahl nach Schätzungen bei rund 200 000.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. Mai 2020 20:16 Uhr

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