Brandenburg will Spielplätze öffnen

Brandenburg will Spielplätze öffnen

Kinder in Brandenburg können sich freuen: Die Spielplätze sollen trotz der Corona-Krise bald wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag nach einer Telefonkonferenz von Bund und Ländern an. Als möglicher Termin gilt der 9. Mai. Das Kabinett wird voraussichtlich am 8. Mai darüber entscheiden. Woidke stellte auch eine Öffnung der Kitas in Schritten in Aussicht. Dafür müsse aber erst ein Plan aufgestellt werden. Vorgesehen seien auch Perspektiven für Hotels und Gaststätten. Darüber solle ebenfalls kommende Woche mit den anderen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten werden.

Dietmar Woidke (SPD) steht vor einem blauen Hintergrund

© dpa

Dietmar Woidke (SPD) steht vor einem blauen Hintergrund.

Der Ministerpräsident forderte die Brandenburger auf, das Abstandsgebot von 1,50 Meter und die Hygieneregeln strikt einzuhalten. «Wir haben das Virus im Zaum gehalten, aber wir haben das Coronavirus längst nicht besiegt», sagte Woidke. «Wir dürfen nach meiner Ansicht das jetzt Erreichte nicht aufs Spiel setzen.» Er warnte davor, dass Lockerungen wieder zurückgenommen werden könnten, wenn es in einzelnen Regionen Deutschlands zu einer kritischen Situation kommen würde.
Hotels und Gaststätten brauchen nach Ansicht des Ministerpräsidenten Perspektiven, er sieht aber Risiken. «Viele Unternehmen sind da in einer sehr, sehr schwierigen Situation», sagte Woidke. Das sei aber ein Bereich, der aus Sicht von Bund und Ländern besonders schwer zu regeln sei. «Weil wir ja auch wissen, dass es gerade auch Gaststätten und Après-Ski-Veranstaltungen und ähnliches waren, wo Menschen sich leider mit dem Virus infiziert haben und das dann quer durch Europa verteilt haben.» Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schätzt, dass bis zu 2000 Betriebe in Brandenburg in den nächsten Monaten von Insolvenz betroffen sein könnten.
Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) geht von einer zügigen Öffnung der Spielplätze nach der Kabinettsentscheidung aus, die für Ende nächster Woche geplant ist. «Ich glaube es ist in unserem Interesse, dass das dann auch zügig geschieht», sagte Ernst. «Das ist für alle Eltern eine sehr, sehr große Erleichterung.» Woidke hatte sich am Freitag vergangener Woche kritisch zu einer Öffnung gezeigt, weil er das Risiko noch für zu groß hielt. In Berlin haben fast alle Bezirke ihre Spielplätze am Donnerstag wieder geöffnet. In der Pressemitteilung der Staatskanzlei wurde der 9. Mai als Öffnungstermin genannt.
Über die Öffnung der Kitas wollen Bund und Länder in der kommenden Woche noch einmal diskutieren. «Wir werden auch in diesem Bereich sehr, sehr vorsichtig vorgehen müssen, weil uns hier nach wie vor wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen», sagte Woidke. Bisher gilt eine Notbetreuung, die noch erweitert worden war.
Kritisch äußerte der Regierungschef sich zu einer baldigen Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen. «Wir haben ein Verbot des Vereinssports in ganz Deutschland», sagte er. «Vor diesem Hintergrund (...) kann es nicht nur um den Profi-Fußball in Deutschland gehen.» Vielmehr müsse es wenn möglich um Lockerungen im gesamten Sportbereich gehen. Merkel hatte für den 6. Mai «sehr klare Entscheidungen» für den Sport in der Corona-Krise angekündigt.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Zahl der Corona-Reservebetten in Krankenhäusern wird in Brandenburg wieder zurückgefahren, kündigte der Regierungschef an. Bund und Länder hatten vereinbart, die Kapazitäten für planbare Operationen freizugeben, die wegen der Corona-Krise verschoben wurden. Großveranstaltungen sollen bis 31. August verboten bleiben.
Brandenburg hatte zum Beginn der Woche eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen und im Einzelhandel eingeführt. Gottesdienste und Demonstrationen sind mit bis zu 50 Teilnehmern wieder ab 4. Mai möglich. Museen, Gedenkstätten, Zoos und Tierparks können ebenfalls wieder besucht werden. Das hatte die Landesregierung bereits am Freitag vergangener Woche entschieden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. April 2020 19:29 Uhr

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