Keine Noten für Homeschooling: Versetzung für alle Schüler

Keine Noten für Homeschooling: Versetzung für alle Schüler

Für die Leistungen der Brandenburger Schüler im Homeschooling nach Schließung der Schulen soll es keine Leistungsbewertung mit Noten geben. «Die abschließende Leistungsbewertung zum Ende des Schuljahres erfolgt auf der Grundlage der bis zum 18. März 2020 erbrachten Leistungen», hieß es am Donnerstag in einem Bericht des Bildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Landtags. In den Jahrgängen, die nach dem 20. April wieder zur Schule gingen, können dagegen die Leistungen im Präsenzunterricht unter bestimmten Bedingungen bewertet werden.

Auch Sitzenbleiben soll es in diesem Schuljahr in Brandenburg nicht geben, heißt es in dem Bericht. Grundsätzlich sollen alle Schüler in die nächste Jahrgangsstufe versetzt werden, «auch wenn die notwendigen Leistungen nicht erbracht wurden.» Allerdings kann Schülern und Eltern eine Wiederholung der Klasse empfohlen werden. Diese Regelungen sollen in einer Verordnung festgehalten werden, die derzeit in den Ressorts abgestimmt wird.
Unterdessen ist die Zahl der Lehrkräfte, die bei der allmählichen Öffnung der Brandenburger Schulen zur Verfügung stehen, noch unklar. «Das wissen wir erst in der kommenden Woche», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss. Denn nach den geltenden Regeln sollen Lehrkräfte mit bestimmten Vorerkrankungen grundsätzlich nur von zu Hause aus ihren Dienst verrichten. «Und über Vorerkrankungen von Lehrkräften haben wir keine Daten», betonte Ernst. Auch Lehrer im Alter über 60 Jahren sollen nur von zu Hause aus arbeiten, sie können aber freiwillig auch in die Schule kommen.
Seit dieser Woche bereiten sich zunächst die rund 20 000 Schüler der 10. Klassen auf ihren Mittleren Abschluss vor. Ernst verteidigte ihre Entscheidung, anders als in Berlin diese Prüfungen in Brandenburg auch in der Coronakrise durchzuführen. «Ich hätte es als unangemessen empfunden, diese Prüfungen anders als die Abiturprüfungen nicht durchzuführen», erklärte Ernst. «So als wäre das nicht so wichtig, nach dem Motto: «Ihr werdet schon einen Betrieb finden, der euch nimmt.»»
Um die Abstandsregelungen zu gewährleisten, werden die Lerngruppen auf verschiedene Klassenräume verteilt und können nach Angaben des Ministeriums dort jeweils nur zwei oder drei Tage in der Woche unterrichtet werden. Hinzu kommen Angebote für das Lernen zuhause.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

Tipp: Urlaub in Brandenburg

Ausflugsziele, besondere Landschaften und Orte in Brandenburg plus Seen, Radtouren, Wanderungen, Ziele für Familien, Unterkünfte und mehr

Vom 4. Mai an sollen die Abschlussklassen der Jahrgangsstufe 6 in den Grundschulen wieder Präsenzunterricht erhalten. Dann sollen auch die Jahrgänge 6 und 9 der Förderschulen, die neunten Klassen der Oberschulen sowie die Jahrgänge 11 der Gymnasien und 12 der Gesamtschulen zurückkehren. Vom 11. Mai an sind die 5. Klassen der Grund- und Förderschulen an der Reihe.
Noch keine Termine gibt es für die Schüler der Klassen 1 bis 4 und der Jahrgangsstufen 7 und 8. Ernst versicherte aber, dass das Ministerium noch einen Plan vorlegen werde, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien Ende Juni noch einmal in die Schulen zurückkehren können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. April 2020 17:51 Uhr

Weitere Meldungen