Ministerin Ernst: Start der 10. Klassen problemlos verlaufen

Ministerin Ernst: Start der 10. Klassen problemlos verlaufen

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat den Start des Unterrichts für die Jahrgangsstufe 10 als «insgesamt ruhig und problemlos» bezeichnet. Insgesamt knapp 20 000 Zehntklässler haben nach Angaben des Ministeriums am Montag damit begonnen, sich im Präsenzunterricht auf ihre Prüfungen zum Mittleren Abschluss im Mai vorzubereiten. «Einige der Schulen, beispielsweise Gymnasien und Gesamtschulen, haben ihre Erfahrungen bei der Durchführung der Abiturprüfungen nutzen können, (...) , um die Risiken zur Verbreitung von Infektionen zu minimieren», sagte Ernst.

Britta Ernst (SPD) spricht während einer Landtagssitzung

© dpa

Britta Ernst (SPD) spricht während einer Sitzung des Brandenburger Landtages.

Auch die Schülerinnen und Schüler hätten sich weitestgehend sehr diszipliniert verhalten, lobte die Ministerin. «Uns ist gesagt worden, dass sich viele auch gefreut haben, wieder zur Schule gehen zu können.»
Um die Abstandsregelungen in der Corona-Krise zu gewährleisten, werden die Lerngruppen auf verschiedene Klassenräume verteilt und können nach Angaben des Ministeriums dort jeweils nur zwei oder drei Tage in der Woche unterrichtet werden. Hinzu kommen Angebote für das Lernen zuhause.
Vom 4. Mai an starten die Grundschüler der Jahrgangsstufe 6 in den Präsenzunterricht. Hinzu kommen dann die Jahrgangsstufe 9 der Ober- und Gesamtschule, des Gymnasiums und der Förderschulen sowie die Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums und die Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule. In allen Klassenräumen gelten strenge Hygieneregeln.
Der Brandenburgische Pädagogenverband (BPV) bezeichnete den Anlauf des Schulbetriebs als «sehr kritisch». Schlechte hygienische Bedingungen wie mangelhafte sanitäre Einrichtungen und fehlende Seife könnten zum Problem bei der Einhaltung hygienischer Mindeststandards werden, teilte der Verband mit. «Aus Gründen der Fürsorgepflicht dürfen Schulen, die nicht über die Ausstattung zur Einhaltung hygienischer Mindeststandards verfügen, nicht geöffnet werden.», forderte der BPV.
Auch die Lehrkräfte erwarteten Unterstützung und Verlässlichkeit bei den Maßnahmen zur Verhinderung von Corona-Infektionen, erklärte der Verband. «Ein Zeichen dafür wäre, den Lehrerkollegien wenigstens Mundschutz zur Verfügung zu stellen oder die Mundschutzpflicht auf die Schulen auszudehnen.»
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Unterdessen hat die Brandenburger Linke Ernst aufgefordert, die Benotung in diesem Schuljahr auszusetzen. Für die Schüler und ihre Familien bedeute der Alltag zwischen Homeoffice und Homeschooling eine enorme Belastung, sagte Linke-Vorsitzende Anja Mayer am Montag laut einer Mitteilung. Gleichzeitig werde Druck wegen der notwendigen Zeugnisnoten erzeugt. «Wir fordern daher die Landesregierung und insbesondere Frau Ministerin Ernst auf, Eltern und Kinder zu entlasten und für dieses Schuljahr die Halbjahreszeugnisse zur Leistungsbewertung heranzuziehen.»
Die Linke hatte von Ernst bereits gefordert, die Prüfungen zum Mittleren Abschluss nach der zehnten Klasse auszusetzen. In diesem Schuljahr gehe es weniger um den Unterricht, als um die Schule als sozialen Ort und um die Sicherung der Hygienemaßnahmen, hatte die Linke-Fraktionschefin im Landtag, Kathrin Dannenberg, erklärt. Ernst hält dagegen an den Prüfungen im Mai fest.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. April 2020 17:53 Uhr

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