Weniger Menschen mit Hartz IV, aber mehr mit Grundsicherung

Weniger Menschen mit Hartz IV, aber mehr mit Grundsicherung

In Brandenburg haben im vergangenen Jahr bis Ende November knapp 170 000 Menschen Grundsicherung nach Hartz IV erhalten. Das waren 57 850 Männer und Frauen weniger als im Jahr 2015, wie aus der Antwort des Sozialministeriums in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht. Im Durchschnitt der ersten acht Monate 2019 wurden die geringen Einkommen von 5400 Vollzeitbeschäftigten mit staatlichen Zuschüssen aufgestockt. 2015 gab es noch rund 8900 so genannte Aufstocker.

Im Gegensatz zu diesem Rückgang stieg die Zahl der Brandenburger mit Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung von 23 700 im Jahr 2016 auf knapp 25 000 im Jahr 2018. Für 2015 und 2019 lagen dem Ministerium keine Angaben vor.
Auch die Zahl der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt verringerte sich von 2015 bis 2018 um rund 1500 auf etwa 9300. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der Menschen, die Asylbewerberleistungen erhalten, nahezu halbiert. Ende 2015 gab es noch 29 300 Männer und Frauen, die diese Hilfen bezogen, Ende 2018 waren es nur noch 15 200.
Etwa jeder fünfte Brandenburger ist den Ministeriumsangaben zufolge armutsgefährdet oder lebt bereits in Armut. Die Quote der Armutsgefährdung in Brandenburg ging leicht von 13,4 (2015) auf 13,1 (2018) zurück. Diese Zahl bezieht sich auf den Anteil der Männer und Frauen gemessen an der Gesamtbevölkerung mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Es beträgt derzeit 60 Prozent des mittleren monatlichen Pro-Kopf-Einkommens, das 2016 bei 1615 Euro und 2018 bei 1725 Euro lag.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Armutsquote in Brandenburg stieg dagegen im selben Zeitraum von 6,1 auf 6,4 Prozent. Im Unterschied zur Armutsgefährdung bezieht sich diese Quote auf den Anteil der Bevölkerung mit Monatsbezügen unter 50 Prozent des mittleren Einkommens. Absolute Zahlen über die Armutsentwicklung in Brandenburg teilte das Ministerium mit Hinweis auf fehlende statistische Angaben nicht mit.
Laut dem im Februar dieses Jahres vorgelegten Regionalen Sozialbericht des Amtes für Statistik sind in Brandenburg vor allem Alleinerziehende mit 40 Prozent am stärksten armutsgefährdet. Als arm gelten etwa zehn Prozent aller Kinder im Alter von zwölf bis unter 18 Jahren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. April 2020 07:33 Uhr

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