Leag lädt AfD bei traditioneller «Barbarafeier» wieder aus

Leag lädt AfD bei traditioneller «Barbarafeier» wieder aus

Die AfD ist zur traditionellen «Barbarafeier» der Bergleute durch das Energieunternehmen Leag erst ein- und dann wieder ausgeladen worden. Das teilte die Leag am Freitag mit. Das Energieunternehmen wirft der AfD nach eigenen Angaben vor, die Leag mit Blick auf die bevorstehenden Proteste von «Ende Gelände» für parteipolitische Zwecke zu nutzen. Deshalb sehe man sich in diesem Jahr veranlasst, die Einladung an die Landtagsabgeordneten der AfD zurückzuziehen. Das Unternehmen lädt zum Fest in der Regel die in die Landtage gewählten Vertreter aus dem Revier ein, unabhängig von deren Parteizugehörigkeit.

Bagger im Braunkohletagebau Jänschwalde von LEAG

© dpa

Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG).

«In den vergangenen Tagen haben wir feststellen müssen, dass die AfD die geplanten Aktionen von «Ende Gelände» und unsere Sorge vor einer Eskalation der Gewalt dafür benutzt, um unser Unternehmen (...) für eigene parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren», begründete Leag-Vorstandschef Helmar Rendez die Entscheidung des Unternehmens. «Gegen diese Versuche der Vereinnahmung verwahren wir uns ausdrücklich.»
Bergleute und Kraftwerker auch in der Lausitz feiern am 4. Dezember das Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara.
Brandenburgs AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz bezeichnete die Ausladung seiner Partei als «ebenso demokratiefeindlich wie wählerverachtend».
«Vorstandschef Rendez rudert politisch lieber eifrig im selben Boot wie die SPD-, CDU- und Grünen-Totengräber von 20 000 Arbeitsplätzen in der Lausitz», erklärte Kalbitz auf Anfrage. Unternehmerische und soziale Verantwortung für die Menschen, die um Ihre Zukunft fürchten, sehe anders aus.
Die Leag rief angesichts der Entwicklungen im Vorfeld der angekündigten Gesetzesverstöße durch «Ende Gelände» noch einmal dazu auf, auf jede Form von Gewalt zu verzichten. Die Menschen in der Lausitz hätten es nicht verdient, zum Schauplatz für die Auseinandersetzung extremistischer Gruppen zu werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 29. November 2019 17:02 Uhr

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