Schüle: Lausitz braucht Wissenschaftsressort-Umzug nicht

Schüle: Lausitz braucht Wissenschaftsressort-Umzug nicht

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) hat die Entscheidung verteidigt, ihr Ministerium doch nicht nach Cottbus zu verlegen. «Ich glaube nicht, dass ein Umzug von 150 Beschäftigten einen großen arbeitsmarktpolitischen Effekt haben wird», sagte Schüle am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Cottbus.

Manja Schüle

© dpa

Manja Schüle sitzt bei einer Debatte im Deutschen Bundestag.

Die Lausitz brauche keinen symbolischen Umzug eines Landesministeriums. Der Region sei eher damit geholfen, wenn ihr Ministerium alle Energie dafür einsetze, Sofortmaßnahmen wie Investitionen in Wissenschaft, Forschung und Kultur so zu begleiten, dass schnell gestartet werden könne.
Ursprünglich wollte die frühere rot-rote Regierung den Umzug bis 2023, um die unter dem Braunkohleausstieg leidende Lausitz zu stärken. Dagegen hatte sich starker Widerstand gebildet. Die Partner in der neuen rot-schwarz-grünen Landesregierung vereinbarten im Koalitionsvertrag, dass alle Ministerien - auch das Wissenschaftsressort - in Potsdam bleiben. Es könne jedoch wie bisher Außenstellen geben.
Dass das Ministerium in Potsdam bleibe, habe auch mit den kurzen Wegen zu tun, auf die man angewiesen sei, etwa zum Parlament als Haushaltsgesetzgeber oder zum Finanzministerium, erklärte Schüle weiter. «Wir brauchen für die Fördermaßnahmen in der Lausitz Geld vom Land.» Da biete sich räumliche Nähe an.
Die Ministerin informierte sich bei ihrem Antrittsbesuch in der Lausitz an der Brandenburgischen-Technischen Universität (BTU) über laufende Forschungsprojekte. Die BTU arbeitet eng mit dem Fraunhofer Institut und dem Unternehmen Rolls Royce zusammen, mit dem sie unter anderem die Entwicklung von Hybrid-Elektroantrieben für Flugzeuge vorantreiben will. An der BTU lernen rund 7000 Studierende aus mehr als 100 Ländern.
Anschließend besuchte Schüle das Staatstheater Cottbus und das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst. Zudem sprach sie mit dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Zum Abschluss sagte sie, der Besuch habe sie überzeugt: Zukunft werde in Brandenburg, in der Lausitz gemacht. «Diesen Prozess wird mein Ministerium, werde ich mit allen Kräften unterstützen - von Potsdam aus und vor Ort.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. November 2019 16:19 Uhr

Weitere Meldungen