Bilanz zu Berliner und Brandenburger Schiedsrichtern

Bilanz zu Berliner und Brandenburger Schiedsrichtern

Berlins Fußball-Schiedsrichter können ihre Brandenburger Kollegen um fast schon paradiesische Zustände beneiden. «Den letzten signifikanten Vorfall hat es vor drei Jahren bei einem Pokalspiel in Neustadt gegeben», sagte Heinz Rothe, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur, «ansonsten gibt es die normalen Pöbeleien, die aber nicht vergleichbar sind mit den Vorfällen in Berlin oder Hessen.» In Berlin wurden in dieser Saison bereits 109 Vorfälle von Gewalt- und Diskriminierung auf dem Platz gezählt, in Hessen wurde am vergangenen Wochenende ein Unparteiischer bewusstlos geschlagen.

Der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), Bernd Schultz, sorgt sich aufgrund der Vorfälle um den Schiedsrichternachwuchs. «Wir bilden reichlich aus. Das Problem sei aber, dass viele in den ersten Wochen mit dem Alltag nicht zurechtkamen», sagte Schultz der Deutschen Presse-Agentur. Der 62-Jährige sieht den Verband und die Vereine in der Pflicht, «ein vernünftiges Umfeld zu organisieren, dass die jungen Leute nicht nach fünf Wochen wieder abspringen.»
Die Zahl der Schiedsrichter in der Hauptstadt nimmt dabei kontinuierlich ab. Waren es in der Saison 2015/2016 laut DFB-Angaben noch 1131 Schiedsrichter, so leiten seit dieser Saison 1045 Referees die rund 1600 Spiele, die jedes Wochenende ausgetragen werden.
Dagegen verkündet der FLB steigende Zahlen für die oberen Spielklassen von der Regionalliga bis zur Bezirksliga. 2018 waren es 191 Schiedsrichter, in diesem Jahr sind es vier mehr, teilte der Landesverband mit. Auch in den unteren Spielklassen des FLB ist die Zahl der Schiedsrichter im Vergleich zum letzten Jahr laut einer Statistik des DFB von 1479 auf 1516 angestiegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 29. Oktober 2019 13:07 Uhr

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