Stoß in die Oder: Geständnis könnte Strafmilderung bringen

Stoß in die Oder: Geständnis könnte Strafmilderung bringen

Nach dem lebensgefährlichen Stoß einer Frau in die eiskalte Oder hat das 34-jährige Opfer entgegen der ursprünglichen Planung am Montag noch nicht im Prozess ausgesagt. Stattdessen hätten die Verfahrensbeteiligten am Landgericht Frankfurt (Oder) nach umfangreichen Gesprächen entschieden, die 34-Jährige erst an einem späteren Prozesstag zu vernehmen, sagte die Vorsitzende Richterin.

Ein Podium mit Mikrofon im Gerichtssaal in Frankfurt Oder

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Ein Podium mit Mikrofon im Gerichtssaal in Frankfurt Oder.

Angeklagt sind zwei Frauen im Alter von 19 und 31 Jahren wegen versuchten Mordes. Ihnen wird vorgeworfen, das Opfer am 7. Januar dieses Jahres in die Oder gestoßen zu haben, um es zu töten. Die vorher schwer misshandelte und unter Drogen gesetzte Frau war wegen der starken Strömung zunächst abgetrieben worden, hatte sich aber letztlich mit schweren Unterkühlungen an einer Leiter aus dem Fluss retten können. Die beiden Angeklagten hatten zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche zu den Vorwürfen geschwiegen.
Nach den Gesprächen zwischen der Kammer, der Anklage sowie der Nebenklage und der Verteidigung wurde ihnen am Montag eine erhebliche Strafmilderung im Falle umfassender Geständnisse in Aussicht gestellt. In Betracht komme auch eine sogenannte Maßregelanordnung, wonach beide Angeklagte aufgrund ihres Hanges zu Alkohol und Drogen nach dem Urteil in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden könnten, sagte die Vorsitzende Richterin.
Sollten beide Angeklagte am nächsten Prozesstag, dem 15. November, zu den Vorwürfen detailliert Stellung nehmen, würde am 22. November laut Richterin nur das Opfer gehört. Auf alle anderen Zeugen könnte dann in dem Verfahren verzichtet werden. Bereits am 27. November könnte nach diesen Planungen ein Urteil fallen. Ursprünglich war der Prozess bis in den Januar 2020 angesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 28. Oktober 2019 15:11 Uhr

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