Kleinkunst belebt Brandenburgs Kulturszene

Kleinkunst belebt Brandenburgs Kulturszene

Zahlreiche Kleinkunstangebote und -festivals erfreuen sich in Brandenburg wachsender Beliebtheit und beleben so die Kulturszene im Land. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Kleinkunst ist ein belebendes Element. Die Akteure schaffen es, mit wenigen Mitteln viel zu machen», sagt der Geschäftsführer des Verbands Freier Theater im Land, Frank Reich. Kleinkunst wie etwa Solostücke, Kabarett, Puppen- oder Musiktheater bieten aus dem Verband unter anderem das Theaterschiff Potsdam, TheaterNative C in Cottbus und das event-theater in Brandenburg/Havel an.

Bühne

© dpa

Blick auf eine leere Bühne.

Wenn es in einer Stadt kein Theater gibt, muss eben das Kino zur Bühne werden. Das setzt Veranstalter Egbert Schröder schon seit 2013 in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) um. Im dortigen Kino «Astoria» bietet er zwischen Herbst und Frühjahr «Kunst im Kino» an. Dazu holt er Kabarettisten, Komiker, Puppenspieler und Musiker aus ganz Deutschland in die Kleinstadt. «Bisher wird das vom Publikum immer gut angenommen», sagt er. Demnächst werde die Kabarettistin und Puppenspielerin Andrea Bongers im Kino zu sehen sein.
Über zu wenige Zuschauer kann sich auch das Satirefestival «Ei(n)fälle» in Cottbus nicht beklagen. Seit 1996 findet es einmal im Jahr statt und präsentiert studentisches Kabarett. «Regelmäßig locken wir inklusive der Rahmenveranstaltungen gut 3000 Besucher. Die Veranstaltungen sind stets ausverkauft», sagt Andreas Gaber vom Studentenwerk Frankfurt (Oder), welches das Festival auch im kommenden Januar wieder organisiert. Allerdings sei der Anteil Studierender im Publikum zurückgegangen. «Dem versuchen wir mit der Aufnahme neuer, zeitgemäßer Veranstaltungsformen wie Poetry oder Science Slam entgegen zu wirken», so Andreas Gaber.
Weniger Sorgen über die Besucherzahl, sondern um ein konstantes Niveau an Beiträgen über die Jahre hinweg, machen sich die Veranstalter des Kleinkunstfestivals «Heimwerts» in Brandenburg/Havel. «Unser Ziel ist es nicht unbedingt, mehr Zuschauerzahlen zu generieren, sondern das Niveau zu halten, das Persönliche, Familiäre und Individuelle zu waren», sagt Andreas Bergmann vom Heimwerts-Verein. Wenn das Festival, das 2012 ins Leben gerufen worden ist, nämlich zu groß werde, gehe dieser Charme sicher verloren.
Auch das liebe Geld ist regelmäßig ein Thema, wie überall in der Kulturlandschaft. «Ein Großteil der Angebote wird von den Kommunen finanziell gefördert», sagt Frank Reich. Aber auch das Land Brandenburg unterstütze die Szene. So hat das Land die Freien Theater in diesem Jahr mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert, wie es aus dem Potsdamer Kulturministerium heißt. «Wir sind aktuell in Gesprächen, dass die Förderung auf einem ähnlichen Niveau bestehen bleibt oder sogar erhöht wird», informiert der Verbandsgeschäftsführer.
Weil das Bundesbildungsministerium das bevorstehende Satirefestival in Cottbus diesmal nicht fördern wird, ist laut Andreas Gaber das Landeskulturministerium eingesprungen. Beim Kleinkunstfestival in Brandenburg/Havel ist die Stadt seit Jahren als Geldgeber mit im Boot. Aber auch private Spender. «Crowdfunding über die Sparkasse und Stiftungen wurden genutzt, um an Geld zu kommen», sagt Andreas Bergmann.
Noch nie in den Genuss einer Förderung ist bisher Egbert Schröder mit seiner «Kunst im Kino» gekommen, wie er sagt. «Wir finanzieren das über die Eintrittsgelder», erklärt er. Solange das möglich sei und ihm die Sache weiter Spaß mache, werde es das Veranstaltungsformat weiter in Wittstock geben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 20. Oktober 2019 13:43 Uhr

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