Woidke ruft zu Stolz über Deutsche Einheit auf

Woidke ruft zu Stolz über Deutsche Einheit auf

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat symbolisch den Staffelstab als Bundesratspräsident erhalten. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) übergab ihn seinem Amtskollegen am Donnerstag beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel. Woidke geht nach eigenen Worten mit großer Demut an die neue Aufgabe. Seine Wahl zum neuen Bundesratspräsidenten ist am 11. Oktober in der Plenarsitzung vorgesehen. Sein Amt wird er am 1. November antreten - dann beginnt das neue Geschäftsjahr der Länderkammer.

Dietmar Woidke

© dpa

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, anlässlich der Übernahme der Bundesratspräsidentschaft.

Woidke forderte mit Blick auf die Deutsche Einheit, nicht nur das Negative zu sehen. «Wir alle können stolz sein in Ost wie West, was in den letzten 29 Jahren gewachsen ist», sagte der Brandenburger Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt viele Dinge, wo wir besser werden können, aber insgesamt ist die Deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte in Ost genauso wie in West.» Er betonte auch: «Menschen müssen wieder mehr miteinander reden», sagte Woidke. Als weitere Ziele nannte er, die Rolle der Länder zu stärken, aber auch die Zusammenarbeit der Länder mit der Bundesregierung.
Brandenburg stellt das Jahr der Bundesratspräsidentschaft - 30 Jahre nach der Deutschen Einheit - unter das Motto «Wir miteinander». Das Land ist im kommenden Jahr Gastgeber der zentralen Einheitsfeier und lädt nach Potsdam ein. «In Potsdam ist diese Geschichte der Teilung greifbar», sagte Woidke. Der Plan sei es, inhaltlich den Schwerpunkt auf die Entwicklungen in den vergangenen 30 Jahren zu legen, sagte der Leiter der Stabsstelle Landesmarketing in der Staatskanzlei, Thomas Braune, den «Potsdamer Neuesten Nachrichten».
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke mahnte an, die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zu verringern. «Die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West bleibt eine große Aufgabe, der wir uns gemeinsam stellen müssen», erklärte Liedtke. «Feiern wir heute sanierte Städte, wirtschaftlich entwickelte Regionen und ganz viel Engagement der Menschen vor Ort.» Sie betonte auch den Wert der parlamentarischen Demokratie in Brandenburg. Dies «bedeutet tägliche Gestaltung, Arbeit, manchmal langwierige Prozesse bis zur Entscheidung», sagte Liedtke. «Aber immer ist sie eine große Chance, das Land selbstbewusst weiterzuentwickeln.»
Mit mehreren Veranstaltungen erinnerte Brandenburg an die Deutsche Einheit. In der Landesvertretung in Berlin lud das Land zum Tag der offenen Tür und präsentierte sich als Film- und Medienland. In der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam im ehemaligen Gefängnis- und Gerichtskomplex öffnete eine Ausstellung für Kinder ab acht Jahren über die Berliner Mauer. Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus zeigt eine Ausstellung zur Mauer mit drei Malern, die zu DDR-Zeiten in West-Berlin lebten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 3. Oktober 2019 17:36 Uhr

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