Senioren: Hoffnung auf Beauftragten nur für sie

Senioren: Hoffnung auf Beauftragten nur für sie

Der Brandenburger Seniorenrat begrüßt das Vorhaben der geplanten Koalitionsregierung von SPD, CDU und Grünen, einen Beauftragten im Land für ältere Menschen zu installieren. «Wir brauchen einen direkten Ansprechpartner», sagte Wolfgang Puschmann, Vorsitzender des Seniorenrates, der Deutschen Presse-Agentur. Bislang gibt es bereits Integrations-, Behinderten- sowie Gleichstellungsbeauftragte.

Senioren auf Elektromobilen

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Zwei Senioren sitzen auf ihren Elektromobilen in einer Parkanlage.

In einem Brief hatte sich im vergangenen Jahr der Seniorenrat an die Fraktionen des Landtages, an die Ministerien und persönlich an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gewandt. «Schon damals hatten wir einen Seniorenbeauftragten und einen direkten Interessenvertreter in der Landesregierung gefordert», sagte Puschmann. Das Amt sollte direkt in der Staatskanzlei angesiedelt werden. Seniorenpolitik sei eine Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Ressorts ziehe. «Sie betrifft alle Bereiche des täglichen Lebens», so Puschmann.
Er verwies darauf, dass die bisherigen seniorenpolitischen Leitlinien der Landesregierung ausliefen. «Das muss nun fortgeschrieben werden», forderte Puschmann. Zuletzt habe es schon ein Maßnahmepaket gegeben. Das sei ein Anfang gewesen, reiche aber nicht aus.
In Brandenburg leben rund 598 900 über 65-Jährige. Das entspricht nach Angaben des Sozialministeriums 24 Prozent der Gesamtbevölkerung. Es wird damit gerechnet, dass 2040 mehr als 802 000 Menschen im Land leben, die den 65. Geburtstag hinter sich haben. Das wären dann 37 Prozent der Gesamtbevölkerung.
«Wichtig ist für die Senioren das Thema Infrastruktur», sagte Puschmann. Auch auf dem flachen Lande müssten Ältere von «A» nach «B» kommen, zum Einkaufen oder Arzt. Es gehe um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Für den Seniorenbeauftragten ergebe sich auch eine wichtige Aufgabe, wenn es um das Wohnen der älteren Brandenburger geht. «Dabei geht es um bezahlbares altersgerechtes Wohnen», betonte der Vorsitzende des Seniorenrates. «Wir brauchen einen Ansprechpartner mit direktem Draht in die Landesregierung, dem die Probleme und Unzulänglichkeiten vor Ort übermittelt werden können.»
Senioren würden zwar schon Gehör im Land finden. Aber die Wege seien noch zu lang. «Das ist uns bislang zu wenig. » Man wolle auch Projekte machen, damit Probleme gelöst können. «Als Ehrenamtliche tun wir uns schwer in der Beantragung von Fördermitteln. Da könnte der Seniorenbeauftragte aktiv werden», sagte Puschmann.
Senioren von heute seien anders als noch vor 20 Jahren. «Wir sind top fit», so der 80-jährige Puschmann. Bis 2004 leitete er ein Gymnasium in Potsdam. «Alter wollen wir nicht unbedingt mit Pflegebedürftigkeit verbinden. Wir wollen aber vorbereitet sein und die Bedingungen schaffen, damit es dann weiter klappt», sagte er.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 3. Oktober 2019 09:15 Uhr

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