«Spaghettimonster-Kirche» wegen Kopftuch vor Gericht

«Spaghettimonster-Kirche» wegen Kopftuch vor Gericht

Der Gründer des in Templin (Uckermark) ansässigen Vereins «Kirche des fliegenden Spaghettimonsters», Rüdiger Weida, hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. «Es geht uns um die Anerkennung als Weltanschauungsgemeinschaft», begründete Weida den Schritt am Donnerstag. Das Gericht bestätigte den Eingang der Beschwerde. Wann sich das Gericht mit der Sache befassen wird, könne man noch nicht sagen, sagte ein Sprecher.

Bundesverfassungsgericht-Schild am Gerichtsgebäude

© dpa

Ein Schild mit der Aufschrift «Bundesverfassungsgericht» und einem Adler-Symbol ist am Gebäude zu sehen. Foto: Sebastian Gollnow/Archivbild

In dem Verfahren geht es um die Kopfbedeckung der «Pastafaris» genannten Anhänger. Weida möchte ein Foto mit einem Piratentuch auf dem Kopf als Lichtbild für seinen Personalausweis verwenden. Die Stadt Templin lehnte die Ausstellung des Ausweises mit dem Foto ab. Dagegen klagte Weida zunächst vor dem Verwaltungsgericht Potsdam (VG) - jedoch ohne Erfolg. Da auch eine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin gegen die Entscheidung des VG erfolglos blieb, ziehe er nun vor das Bundesverfassungsgericht.
Die «Pastafaris» berufen sich auf die Werte des Humanismus und lehnen dogmatische Glaubenslehren ab. Sie möchten als Weltanschauungsgemeinschaft die gleichen Rechte wie beispielsweise christliche Kirchen bekommen.
Bereits Ende vergangenen Jahres versuchte der Verein, vor dem Gericht in Karlsruhe die Anerkennung als Weltanschauungsgemeinschaft zu erreichen. Damals ging es um die «Nudelmessen». Auf die Zeiten der Messe wollte der Verein mit Schildern an Ortseingängen aufmerksam machen. Das Gericht lehnte die Beschwerde jedoch bereits als unzulässig ab. Eine weltanschauliche Betätigung sei nicht plausibel gemacht worden, hieß es damals.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 26. September 2019 19:20 Uhr

Weitere Meldungen