Stiftung begrüßt Vorschlag für Jugendbegegnungsstätte

Stiftung begrüßt Vorschlag für Jugendbegegnungsstätte

Die Stiftung Garnisonkirche hat den Vorschlag von Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) begrüßt, anstelle des Kirchenschiffs eine internationale Jugendbegegnungsstätte zu errichten. «Wir kommen damit an den Beginn einer Diskussion, die der Stadt nur gut tun kann», teilte Stiftungssprecher Wieland Eschenburg am Donnerstag auf Anfrage mit. Die Stiftung sei als Eigentümerin des Baufeldes und Bauherrin offen für alle Gedankenansätze, die im Geist des Dreiklangs «Geschichte erinnern - Verantwortung lernen - Versöhnung leben» auf eine Stärkung des Konzepts hinzielten, betonte Eschenburg.

Schubert hatte vorgeschlagen, auf dem Gelände nach dem Wiederaufbau des Kirchturms eine internationale Stätte für Bildung und Demokratie zu errichten. Dieser Kompromiss zur Nutzung des umstrittenen Baus steht in einer Beschlussvorlage, über die die Stadtverordneten bis zum 4. November abstimmen können.
Die Bürgerinitiative «Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche» sprach von einem «Scheinkompromiss». Sie kritisierte, dass der Wiederaufbau des Kirchturms nicht infrage gestellt werde. Außerdem leiste der Beschluss dem Abriss des Rechenzentrums Vorschub, in dem Kunstschaffende derzeit ein bis 2023 begrenztes Nutzungsrecht haben.
Der Turm der Garnisonkirche wird derzeit wieder aufgebaut - dagegen wenden sich mehrere Initiativen. Kritiker erinnern an den «Tag von Potsdam», als am 21. März 1933 Reichspräsident Hindenburg dem neuen Reichskanzler Hitler vor der Kirche die Hand reichte. Die Stiftung Garnisonkirche betont dagegen, sie wolle in dem Neubau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. September 2019 15:20 Uhr

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