Umweltverbände fordern mehr Einsatz für Nachhaltigkeit

Umweltverbände fordern mehr Einsatz für Nachhaltigkeit

Nach dem Willen von Brandenburger Umweltverbänden muss Nachhaltigkeit stärker in der Landespolitik verankert werden. Sie müsse zur Chefsache der Staatskanzlei werden - dazu gehörten ein Landesnachhaltigkeitsbeauftragter sowie ein Beirat zur wissenschaftlichen Beratung, heißt es in einem Positionspapier, das die Landesverbände von BUND, NABU, Grüner Liga und anderen am Montag in Potsdam vorstellten. Das Papier «Herausforderungen für eine langfristige Nachhaltigkeitspolitik in Brandenburg» soll an die Fraktionen im Landtag übergeben werden.

Windenergie

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Windenergieanlagen stehen im Morgennebel. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

«Ähnlich wie beim Klimanotstand ist es notwendig, dass alle Entscheidungen unter die Prämisse einer nachhaltigen Entwicklung gestellt werden, um für Brandenburg die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen», so Manfred Stock, ehemaliger Vorsitzender des Beirates für Nachhaltige Entwicklung Brandenburg.
In dem Papier kritisieren die Initiatoren die jüngste Fortschreibung der Landesnachhaltigkeitsstrategie (LNHS) und ihre Umsetzung als unzureichend. Daneben enthält das Dokument einen Anforderungskatalog an die künftige Landesregierung. So soll ein Managementsystem zur politischen Steuerung von nachhaltiger Entwicklung aufgebaut und umgesetzt werden. Auch sollen alle strategischen und alle Gesetzesvorhaben an Zielen der Landesnachhaltigkeitsstrategie überprüft werden.
«Es braucht für die großen Herausforderungen unserer Zeit - zum Beispiel CO2-Emissionen aufgeteilt nach Sektoren, Artensterben und Pestizideinsatz - gut messbare Indikatorwerte, die auch auf Ursachen für Fehlentwicklungen schließen lassen», so die stellvertretende BUND-Vorsitzende, Franziska Sperfeld. «Da klafft bisher eine Lücke.»
In der Nachhaltigkeitsstrategie gehe es darum, ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange zusammenzubringen, damit wir nicht auf Kosten zukünftiger Generationen leben, so der parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Landtag, Thomas Domres. Die Umsetzung und Fortschreibung sei in der vergangenen Wahlperiode leider nur mit halber Kraft erfolgt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. September 2019 19:21 Uhr

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