Misshandlungsvorwürfe in Rumänien: Kinder kommen zurück

Misshandlungsvorwürfe in Rumänien: Kinder kommen zurück

Nach Misshandlungsvorwürfen gegen ein deutsches Heim für Schwererziehbare in Rumänien werden Kinder aus Brandenburg zurück geholt. Ein Kind sei bereits wieder im Land. Bei einem weiteren sei man gerade dabei, es nach Hause zu holen, teilte der Landkreis Barnim am Donnerstag in Eberswalde mit. «Nicht alle Kinder konnten die Vorwürfe gegen das Heim bestätigen», sagte die Yvonne Dankert, Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Soziales des Landkreises. Weitere Angaben wollte sie aus Gründen des Kinderschutzes nicht machen.

Nach Angaben des Brandenburger Bildungsministeriums waren unter den Jugendlichen vier aus Brandenburg. Aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurde nach Angaben des Heims ein Jugendlicher in einer rumänischen Pflegefamilie untergebracht. Der Junge könne die Vorwürfe gegen das Heim nicht bestätigen, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Sein Vormund halte laufend Kontakt mit dem Jungen und der Pflegefamilie. Der nach Angaben des Bildungsministeriums ebenfalls betroffene Landkreis Oberhavel wollte sich zu dem Fall nicht äußern.
Die rumänische Staatsanwaltschaft sprach in einem Schreiben von «Bedingungen wahrhafter Sklaverei». Die Jugendlichen seien auf den Bauernhöfen, wo sie arbeiten mussten, «mit barbarischen Methoden» behandelt worden. Nahrungsentzug und ein Art Isolationshaft seien als Strafen eingesetzt worden.
Im Fall der Misshandlungsvorwürfe gegen Jugendliche aus Brandenburg in Rumänien prüft die Staatsanwaltschaft Potsdam eigene Ermittlungen. Bislang hätten sich jedoch keine Betroffenen gemeldet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 5. September 2019 17:20 Uhr

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