Bildungsministerin wirbt um Verständnis für den Osten

Bildungsministerin wirbt um Verständnis für den Osten

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen um Verständnis für die «Unruhe» in der Bevölkerung in beiden Bundesländern geworben. «Wir haben der ostdeutschen Bevölkerung eine Menge zugemutet», sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Sie verwies auf die Veränderungen nach der Wende 1989, die Einführung des Euro, die Flüchtlingskrise 2015 und den anstehenden Strukturwandel mit dem Kohleausstieg.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek

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Anja Karliczek (CDU), Bundesforschungsministerin. Foto: Oliver Killig/Archiv

«Wenn man uns, die wir aus dem westlichen Teil Deutschlands kommen, in einer Generation viermal den Boden unter den Füßen wegzieht - ich finde da muss man an dieser Stelle schon auch verstehen, dass diese Unsicherheit auch bei den Leuten etwas auslöst», sagte sie weiter. Karliczek forderte eine Ansiedlung von Forschungseinrichtungen in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen und verwies dabei auf Bayern. Dort sei es in den 80er Jahren auch schwierig gewesen. «Heute sind die ganz vorne». So könne man aus dieser Situation heraus etwas tun, damit sich die Lage in Deutschland wieder beruhige.
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bezeichnete die Forderungen als dreist und luftleer. Karliczek solle lieber selbst mit gutem Beispiel vorangehen, verlangte er. «Vor ein paar Wochen hat Frau Karliczek noch dafür gesorgt, dass eine Batteriezellenfabrik nicht in den Osten kommt, sondern direkt in ihren eigenen Wahlkreis nach Münster.» Die Förderung strukturschwacher Regionen habe sie selbst in der Hand.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 3. September 2019 18:40 Uhr

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