Woidke zur Koalitionssuche: «Handeln vor Quatschen»

Woidke zur Koalitionssuche: «Handeln vor Quatschen»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke strebt eine Koalition der Vernunft an. «Bei mir kommt Vernunft vor Ideologie. Handeln vor Quatschen», sagte der SPD-Landeschef den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Dienstag). Er hoffe, dass der potenzielle Koalitionspartner CDU sich nicht «selbst zerfleddert». «Eine CDU-Schlachteplatte wie in früheren Zeiten wäre kein schönes Bild.» Eine Vorliebe für eine mögliche Koalition wollte er nicht äußern. «Alles, was gut ist für Brandenburg, ist eine Option.» Zudem betonte er: «Mit den Linken gab es eine gute Kooperation, abgesehen von einzelnen Hakeleien.»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Foto: Christophe Gateau/Archivbild

Die SPD wurde trotz Verlusten bei der Landtagswahl am Sonntag mit 26,2 Prozent noch stärkste Kraft. Die AfD fuhr große Zugewinne ein und kam auf 23,5 Prozent. Die CDU stürzte auf 15,6 Prozent ab, die Linke auf 10,7 Prozent. Die Grünen legten zu auf 10,8 Prozent, die Freien Wähler kamen erstmals auf 5,0 Prozent. Das bisherige rot-rote Bündnis hat nicht mehr genug Stimmen. Möglich sind Koalitionen aus SPD, Grünen und Linken, aus SPD, CDU und Freien Wählern sowie aus SPD, CDU und Grünen oder aus SPD, CDU und Linken. Die beiden ersten Optionen hätten nur eine knappe Mehrheit.
Mit der AfD will die SPD nicht sprechen. Woidke sagte: «Wichtig ist mir auch, dass nicht alle AfD-Wähler pauschal als Rechtsextremisten-Wähler abgestempelt werden. Aber es ist beängstigend, wie viele diesen Rabauken ihre Stimme geben.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 3. September 2019 11:20 Uhr

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