Filmpark Babelsberg legt Grundstein für neuen Kostümfundus

Filmpark Babelsberg legt Grundstein für neuen Kostümfundus

Filmpark-Chef Friedhelm Schatz will die Medienstadt Babelsberg in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. In dem Neubau «Das Depot» soll dann der riesige Kostümfundus des Filmparks unterkommen - er könnte bei einer Unesco-Bewerbung helfen.

Kostümfundus im Filmpark Babelsberg

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Hemden sind im Lager der Kostümfundus Babelsberg GmbH in Potsdam (Brandenburg) aufgereiht. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Der Filmpark Babelsberg in Potsdam bekommt ein neues Gebäude für seinen umfangreichen Kostümfundus. Filmpark-Chef Friedhelm Schatz legte gemeinsam mit dem Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und dem Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Montagmittag den Grundstein für das Gebäude mit dem Namen «Das Depot» neben der Metropolishalle. In einer Zeitkapsel wurden unter anderem ein Foto der Medienstadt, eine Filmklappe, eine Sandmännchenpuppe und der Orginalturban der Defa-Produktion «Der kleine Muck» eingeschlossen.
Im «Depot» soll ab Anfang 2021 der Kostümfundus mit gut einer halben Million Kostüme, Uniformen und Accessoires aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte lagern. Dafür allein sind 3600 Quadratmeter vorgesehen. Außerdem kommen auf weiteren 1400 Quadratmetern Fundus-Werkstätten und Kostümbildnerräume in dem neuen Gebäude unter. 2500 Quadratmeter sind als Lager und Backstagebereich für die Metropolishalle und den Filmpark vorgesehen, weitere 2500 sollen als Büroflächen zur Verfügung stehen. An der Außenfassade des neuen Gebäudes sollen großflächige Babelsberger Filmmotive zu sehen sein.
Mit dem Neubau solle ein Signal für Potsdam-Babelsberg als Filmstandort gesetzt werden, betonte Oberbürgermeister Schubert. Es sei eines des Projekte, mit dem sich die Landeshauptstadt um den Titel einer Unesco-Filmstadt bewirbt.
Bislang lagert der große Kostümfundus in einfachen Hallen aus der DDR-Zeit. Großteile der Sammlung stammen aus Produktionen der Deutschen Film AG (Defa), wie Ute Kanter, Schneiderin im Kostümfundus, erklärte. Filmemacher suchen sich für ihre Produktionen Kostüme aus dem Fundus zusammen - nicht nur aus Kostengründen: Diese Kostüme sehen benutzt und dadurch im Film natürlich aus. Das sei mit Ware von der Stange nicht nachzumachen, so Kanter. Besonders zu Karneval und Halloween sei der Fundus mit Kleidern aus allen möglichen Epochen auch bei Privatleuten beliebt.
«Das Depot» ist nicht das einzige Neubau-Projekt im Filmpark. Im Frühjahr 2020 soll der Baubeginn für ein neues Archiv für die mehr als eine Million Exponate des Filmmuseums sein. Auch Hunderte neue Wohnungen sollen auf dem Areal des Filmparks entstehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 12. August 2019 16:00 Uhr

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