Mutmaßlicher Drogendealer aus U-Haft entlassen

Mutmaßlicher Drogendealer aus U-Haft entlassen

Erneut ist in Brandenburg ein Mann im Fall eines schweren Verbrechens aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Brandenburgische Oberlandesgericht (OLG) habe es für unverhältnismäßig gehalten, dass der Prozess gegen ihn erst im November beginnen solle, sagte eine OLG-Sprecherin am Sonntag auf Anfrage. Der mutmaßliche Drogendealer war nach Angaben aus Justizkreisen am 1. August entlassen worden. Als Grund für den Prozesstermin habe das Landgericht Frankfurt (Oder) demnach eine hohe Arbeitsbelastung angegeben. Zuvor berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) darüber.

Oberlandesgericht Brandenburg

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Blick auf das Oberlandesgericht Brandenburg in Brandenburg/Havel. Foto: Nestor Bachmann/Archivbild

Im Dezember 2018 hatte das OLG einen wegen Mordes an seiner Ehefrau verurteilten Mann freigelassen, obwohl die Richter weiter dringenden Tatverdacht und Fluchtgefahr sahen. Sie hielten aber eine Fortdauer der Untersuchungshaft wegen Verzögerungen in dem von ihm angestrengten Revisionsverfahren für unverhältnismäßig.
Im Januar dieses Jahres wurde ein mutmaßlicher rechtsextremer Brandstifter aus der U-Haft wegen überlanger Verfahrensdauer entlassen. Gegen ihn läuft nach erfolgreicher Revision ein Prozess wegen eines Brandanschlags von 2015 auf eine Sporthalle in Nauen (Havelland), die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 11. August 2019 14:30 Uhr

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