Interessen bündeln: Kommunen beraten über Entwicklung

Interessen bündeln: Kommunen beraten über Entwicklung

Sie klingen ein wenig wie Stiefkinder - die so genannten Städte der 2. Reihe. Dabei liegen die Kommunen nur ein- bis anderthalb Stunden von Berlin entfernt und wollen davon auch zunehmend profitieren. Bürgermeister und Fachleute tauschen sich dazu aus.

Kathrin Schneider

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Kathrin Schneider. Foto: Christoph Soeder/Archivbild

Frankfurt (Oder) - Wie können die Städte rund um Berlin ihre Lage besser nutzen, um von der boomenden Hauptstadt zu profitieren? Darüber haben am Donnerstag in Frankfurt (Oder) Oberbürgermeister und Bürgermeister des Berliner Umlands mit der brandenburgischen Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) gesprochen. Dabei waren Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Jüterbog, Luckenwalde und Neuruppin. Die Städte entwickeln in der Arbeitsgemeinschaft Städtekranz Berlin-Brandenburg Projekte und gemeinsame Positionen. «Wir wollen die Stimme erheben als Zusammenschluss der Städte und die Chance zu nutzen, die positive Entwicklung der Kommunen zu befördern», sagte der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Rene Wilke (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.
Vieles sei im Umbruch - moderne Mobilität, alternative Energieversorgung, neue Wohn- und Arbeitsformen, erklärte Ministerin Schneider am Donnerstag. Im Austausch untereinander könnten die Städte an den Erfahrungen der Anderen teilhaben. Ihr Ministerium hat die Schirmherrschaft über die Arbeitsgemeinschaft der Städte.
«Wir wollen Interessen bündeln», sagte Wilke weiter. «Diese Städte verbindet nicht ihre Größe, sie haben aber ähnliche Entwicklungen durchgemacht». Lange Zeit hätten sie mit Abwanderungen zu tun gehabt. Dass in manchen Städten Wohnungen und Schulen abgerissen wurden, sei eine fatale Entwicklung gewesen, so Wilke. Nun würden sich die Verhältnisse langsam umkehren, sagte der Oberbürgermeister, der für Frankfurt (Oder) einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen kann. Konkrete Zahlen nannte Wilke zunächst nicht. Die Frage sei jetzt, so Wilke: Will das Land die Städte der zweiten Reihe unterstützen oder überlässt man sie sich selbst?

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. August 2019 16:50 Uhr

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