Ministerin Ernst gegen Vorstoß von Linnemann zu Grundschulen

Ministerin Ernst gegen Vorstoß von Linnemann zu Grundschulen

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat den Vorstoß von Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann zurückgewiesen, Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen nicht in der Grundschule, sondern in einer Vorschule aufzunehmen. «Das ist ein schrecklicher Vorschlag», sagte Ernst am Dienstag in Potsdam. «Alle Kinder haben das Recht eine Schule zu besuchen, da darf niemand ausgegrenzt werden.» Gerade die Schulen und die Kitas seien bei der Integration sehr erfolgreich. «Natürlich brauchen wir für Kinder ohne Deutschkenntnisse ergänzende Angebote, beziehungsweise mehr Ressourcen für die Einrichtungen, das ist auch in Brandenburg Praxis», betonte die Ministerin.

Britta Ernst

© dpa

Britta Ernst (SPD), Bildungsministerin von Brandenburg, spricht im Landtag. Foto: Monika Skolimowska/Archiv

Linnemann hatte in einem Interview mit der «Rheinischen Post» (Dienstag) vor neuen Parallelgeselschaften «in vielen Bereichen des Landes» gewarnt. Er erlebe bis tief in die Mittelschicht hinein Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen schickten, weil das Niveau an staatlichen Schulen sinke, sagte der CDU-Politiker. «Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen.» Linnemann schlug für betroffene Kinder eine Vorschulpflicht vor. Notfalls müsse eine Einschulung auch zurückgestellt werden, sagte er.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 6. August 2019 14:50 Uhr

Weitere Meldungen