Brandenburg mietet Spezialpumpen gegen Waldbrände an

Brandenburg mietet Spezialpumpen gegen Waldbrände an

In diesem Jahr hat es schon mehrere große Waldbrände in Brandenburg gegeben. Das Land will sich besser vorbereiten. Dazu zählt auch die Ausbildung der Feuerwehrkräfte.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter

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Karl-Heinz Schröter (SPD), Innenminister in Brandenburg. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Zossen (dpa/bb) - Im Kampf gegen Waldbrände setzt Brandenburg künftig Hochleistungspumpen ein. «Bei den Waldbränden der jüngsten Vergangenheit haben wir erkannt, dass wir ein Hochleistungspumpensystem für Brandenburg brauchen», sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Dienstag laut Redetext in Wünsdorf bei Zossen. Es sei gelungen, für die verbleibenden Monate akuter Waldbrandgefahr dieses Jahres ein solches System zu mieten, das bisher nicht vorhanden gewesen sei. Derzeit ist eine Pumpe angemietet, geplant ist nach Angaben des Ministeriums, dass das Land bis zu fünf solcher Systeme anschafft. Die Pumpen sollten auch bei Hochwasser oder größeren Überschwemmungen zum Einsatz kommen, sagte Schröter.
Beim größten Waldbrand in Brandenburg in den vergangenen Jahrzehnten standen im Juni dieses Jahres auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog zeitweise 744 Hektar in Flammen. Das entspricht einer Fläche von mehr als 1000 Fußballfeldern. Außerdem brannte es in der Lieberoser Heide, dort lagert ebenfalls noch Munition im Boden. Im Vorjahr wurden in Treuenbrietzen bei einem verheerenden Brand 400 Hektar Wald vernichtet, davon 140 Hektar Stadtwald. Das Feuer wütete mehrere Tage, drei umliegende Dörfer mussten evakuiert werden. Die rot-rote Landesregierung legte danach einen Zehn-Punkte-Plan auf, bisher sind noch nicht alle Punkte komplett umgesetzt.
CDU-Landeschef Ingo Senftleben warf der rot-roten Landesregierung vor, bisher zu wenig für die Vorsorge getan zu haben. «Kurz vor Ende des Hochsommers kommt die Regierung Woidke doch noch zur Erkenntnis, dass wir nicht ausreichend auf Waldbrände vorbereitet sind», erklärte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am Dienstag. «Hätte (SPD-Ministerpräsident Dietmar) Woidke seinen Job gemacht, gäbe es in Brandenburg Löschflugzeuge und wir bräuchten keine Pumpen pumpen.»
Die Vorsorge war auch Thema der voraussichtlich letzten Sitzung der SPD-Landtagsfraktion vor der Landtagswahl. «Wir brauchen schnellere Reaktionsmöglichkeiten», sagte Fraktionschef Mike Bischoff. «Wir brauchen mehr Tiefbrunnen.» Wichtig sei auch, Schneisen freizuhalten, dies sei im Zehn-Punkte-Plan enthalten. Hubschrauber seien deutlich besser einsetzbar und deutlich flexibler als Löschflugzeuge, sagte Bischoff.
Innenminister Schröter eröffnete einen zweiten Standort der Landesfeuerwehrschule in Wünsdorf bei Zossen (Kreis Teltow-Fläming). Damit will das Land die Ausbildung der Feuerwehrkräfte verbessern und auf den gestiegenen Bedarf reagieren. Zu den 110 Plätzen am Standort Eisenhüttenstadt kommen dem Innenressort zufolge 20 weitere Plätze für Lehrgänge hinzu. Der zweite Standort ist zunächst eine Zwischenlösung, er liegt in einer Liegenschaft des Landes.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 6. August 2019 15:40 Uhr

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