Bei 50 Grad im Stahlwerk: SPD-Regierungschefs auf Ortstermin

Bei 50 Grad im Stahlwerk: SPD-Regierungschefs auf Ortstermin

Draußen flirrt die Luft vor Hitze, doch drinnen ist es noch viel heißer: Auf einem besonderen Ortstermin in Brandenburg/Havel schwitzen zwei Ministerpräsidenten gemeinsam.

Woidke und Weil

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Dietmar Woidke und Stephan Weil (l-r.) auf Besuch bei der Firma ZF Getriebe GmbH. Foto: Monika Skolimowska

Brandenburg/Havel (dpa) - Die Hitze draußen war schon wieder eine Abkühlung: Die beiden SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke aus Brandenburg und Stephan Weil aus Niedersachsen haben ausgerechnet an einem der heißesten Sommertage ein Stahlwerk besucht. In der Produktionshalle der Brandenburger Elektrostahlwerke in Brandenburg/Havel kletterte die Temperatur nach Werksangaben auf bis zu etwa 50 Grad, draußen waren es 35 Grad.
«Auch in der Politik geht es ja manchmal heiß zu», sagte der niedersächsische Gast, als er nach einem Rundgang durch die Werkshalle bei flirrender Hitze gemeinsam mit seinem Gastgeber aus Brandenburg wieder an der Luft war. «Wenn man hier an einem solchen Tag im Walzwerk zu Besuch ist, dann wird man schon auch ziemlich bescheiden und demütig», betonte er mit Blick auf die Mitarbeiter, die es drinnen noch viel heißer hatten.
Niedersachsen und Brandenburg sind beide SPD-regiert - und beides sind Stahlländer. Im westlichen Nachbarland ist die Salzgitter AG zuhause. Weil warb dafür, Unternehmen beim Umbau hin zu mehr Klimaschutz mit Fördergeldern zu unterstützen. «Wir werden ja in allen Sektoren der Industrie erleben, dass dieser Umbau hin zu einer stärkeren klimagerechten Wirtschaft enorm anstrengend wird», sagte der Regierungschef. «Das wird nicht ohne spürbare staatliche Unterstützung gehen.» Er betonte: «Aber es rechnet sich auch, denn wenn wir das nicht machen, dann wird Deutschland auf Dauer kaum ein erfolgreiches Industrieland bleiben.»
Brandenburgs Regierungschef Woidke betonte, beide Länder hätten beste Voraussetzungen, weil sie erneuerbare Energien produzierten. «Wenn Sie sehen, wie langsam der Ausbau der bundesweiten Übertragungsnetze vorangeht, ist es, glaube ich, richtig zu sagen: Wir müssen uns stärker um dezentrale Konzepte kümmern. Wir müssen uns darum kümmern, den erneuerbaren Strom da zu verbrauchen, wo er produziert wird.» Niedersachsen liegt bei der Zahl der Windräder bundesweit vorn, Brandenburg bei der installierten Leistung pro Einwohner.
Der Besuch Weils fiel auch in den Wahlkampf: Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Juli 2019 18:10 Uhr

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