Bewohner fordern Schließung eines Flüchtlingsheims

Bewohner fordern Schließung eines Flüchtlingsheims

Nach dem ungeklärten Tod einer 32-jährigen Frau aus einer Flüchlingsunterkunft im südbrandenburgischen Hohenleipisch (Elbe-Elster) fordern Bewohner die Schließung der Einrichtung. «Wir brauchen eine menschenwürdige Unterbringung», schrieben sie in einem vom Brandenburger Flüchtlingsrat am Dienstag veröffentlichten Brief an die Behörden. Der Brief sei von mehreren Dutzend Bewohnern unterschrieben worden, erkärte Mara Hasenjürgen, Sprecherin des Flüchtlingsrats.

Die Unterkunft, eine ehemalige Kaserne, liege mitten im Wald und sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer erreichbar, schreiben die Bewohner: «Das Leben hier im Heim erinnert an ein Gefängnis, das keiner verlassen kann.» Die Lage habe sich nach dem ungeklärten Tod der Mitbewohnerin noch verschärft, klagen die Bewohner. Die Kenianerin war am 7. April letztmalig in der Unterkunft gesehen worden. Anfang Juli wurden Skelettreste der Frau in der Nähe der Unterkunft gefunden. Der Fall ist bislang ungeklärt. «Wir haben alle sehr viel Angst, hier zu leben, da es auch möglich ist, dass ihr Mörder unter uns im Heim lebt», heißt es in dem Brief.
Nach Angaben des Landkreises leben in der Unterkunft derzeit 122 Menschen. Es gebe keine Absicht, die Unterkunft zu schließen, erklärte der Sprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard. Vielmehr werde der Vertrag für den Betrieb des Heims erneut ausgeschrieben.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. Juli 2019 16:50 Uhr

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