Trockenheit setzt Welterbeparks zu

Trockenheit setzt Welterbeparks zu

Hitze und Trockenheit führen nicht nur zu erhöhter Waldbrandgefahr. Auch die Welterbeparks in Brandenburg und anderen Ländern sind zunehmend gefährdet.

Schlosspark Sanssouci

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Touristen laufen bei sommerlichem Wetter durch den Schlosspark Sanssouci in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger7Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Die anhaltende Trockenheit gefährdet zunehmend auch die Welterbeparks in Ostdeutschland. Bereits durch die langen Trockenperioden in den vergangenen Jahren sei es in den Schlossparks Sanssouci und Babelsberg zum Absterben von Gehölz an Buchen, Eichen und Ahornbäumen gekommen, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am Dienstag auf Anfrage mit. «Klar ist allerdings auch, dass ein weiteres Trockenjahr erneute Schädigungen und Abgänge der (Gehölz-)Vegetation nach sich ziehen würde.» Birken, Buchen, Eschen, Eichen und Ulmen trugen im Vergleich zu den Vorjahren bereits weniger Blätter in den Kronen.
Die Stiftung warnt die Parkbesucher an den Eingängen schon seit Wochen vor der Gefahr durch absterbende Äste. Im Park Sanssouci sind deshalb bereits Areale am Klausberg und am Ruinenberg gesperrt. Noch seien die rund 55 000 Bäume in den Anlagen der Schlösserstiftung aber insgesamt in einem durchschnittlich guten Zustand.
Eine weitere Folge der langen Trockenheit sei eine erhebliche Erosion der Wege in den Parks. Verschärft werde diese Entwicklung etwa durch Radfahrer auf den Strecken.
«Für die Natur der Welterbestätten ist der Wassermangel der pure Stress», sagte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke, am Dienstag. «Neben dem Gartenreich Dessau-Wörlitz ist auch die Flusslandschaft Elbe stark betroffen und teilweise geraten selbst die Buchenbestände unter Druck.» Die Klimakrise werde die Extreme noch verstärken, so Lemke. «Es braucht einen schnellen Kohleausstieg und ein wirksames Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Zielen für die einzelnen Ressorts.»
«Die Lampe blinkt rot. Es ist Handlungsbedarf gegeben», sagte auch die Direktorin des Gartenreichs Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt, Brigitte Mang, dem Sender MDR Kultur. Demnach habe der Wörlitzer See seit dem vergangenen Sommer einen halben Meter Wasser eingebüßt.
Auch im Thüringer Nationalpark Hainich leiden dem Bericht zufolge die Baumbestände unter Wasserarmut. Ähnliches berichtet laut MDR die Leitung des Fürst-Pückler-Parks Bad Muskau in der Oberlausitz.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. Juli 2019 15:30 Uhr

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