Frankfurt (Oder): Auftrag zur Wildschweinjagd im Stadtgebiet

Frankfurt (Oder): Auftrag zur Wildschweinjagd im Stadtgebiet

Die Wildschweine, die in Frankfurt (Oder) ihr Unwesen treiben, werden nach Beschwerden vieler Bürger dort nun gejagt. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Die Wildschweine wurden auf der Insel Ziegenwerder, auf den Oderwiesen in der Nähe von Kleingärten und in Waldnähe gesichtet. Die Stadtverwaltung gab einem Jäger den Auftrag, die Tiere zu schießen. «Die Jagd im Stadtgebiet bleibt eine Ausnahme», hieß es. «Der Jäger achtet dabei insbesondere auf die Sicherheit von Anwohnern und Passanten. Natürlich steht dabei die Gesundheit und Unversehrtheit der Menschen an erster Stelle.» Die Jäger seien mit Schusswaffen unterwegs.

Wildschwein

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Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung. Foto: Lino Mirgeler/Archiv

Stadtsprecher Uwe Meier sagte, es handle sich nicht um eine neue Regelung. Die Stadtverwaltung habe aber über die Jagd informiert, nachdem es vor einigen Tagen zu Irritationen wegen eines hörbaren Schusses auf der Insel Ziegenwerder gekommen sei. «In Frankfurt (Oder) gibt es mehrere «beauftragte Jäger», die mit permanenter Genehmigung in begründeten Ausnahmefällen Wildschweine abschießen dürfen.» Das Problem sei eine Abnahme der natürlichen Scheu vor Menschen bei einigen Tieren, verbunden mit Verlockungen durch Obst- und Gemüseanbau insbesondere in Kleingärten.
Wildschweine sorgen in Brandenburg immer wieder für Ärger: Die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) nahe Berlin leiden seit Jahren unter einer Wildschweinplage. In Stahnsdorf hatten innerhalb eines Jahres etwa 70 Tiere den Ort heimgesucht und Schäden angerichtet.
Eine angedachte Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen war in Brandenburg zuvor gescheitert, weil sich für die wissenschaftliche Begleitung keine Einrichtung gemeldet hatte. Das Land plant nun gemeinsam mit den beiden Gemeinden, dass zur Jagd Waffen mit geänderter Munitionsstärke für kurze Schussdistanzen sowie Schalldämpfer eingesetzt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. Juli 2019 15:50 Uhr

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