Linke will im Wahlkampf als «Stimme des Ostens» punkten

Linke will im Wahlkampf als «Stimme des Ostens» punkten

Die Linke regiert in Brandenburg noch mit der SPD, doch nach den Umfragen wird es nach der Landtagswahl am 1. September nicht mehr für eine Neuauflage von Rot-Rot reichen. Nun setzt die Linke im Wahlkampf auf soziale Themen.

Linke-Politiker Sebastian Walter

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Linke-Politiker Sebastian Walter. Foto: Christoph Soeder/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Mit einer Plakatkampagne in der Optik der 1950er Jahre will die Brandenburger Linke im Landtagswahlkampf das Thema «Osten» in den Mittelpunkt rücken. Es gehe um gleichwertige Lebensbedingungen und gleichwertige Löhne in Ost und West, sagte Spitzenkandidat Sebastian Walter am Donnerstag bei der Vorstellung der Kampagne. «Die Menschen im Osten verdienen immer noch rund 7000 Euro brutto im Jahr weniger als im Westen», sagte der 29-Jährige. Dies sei 30 Jahre nach der Wende ein Skandal. «Die Linke ist die Stimme des Ostens und die treibende soziale Kraft in Brandenburg», betonte Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg.
Auf den kleineren Plakaten für die Laternenmasten illustriert die Linke ihre Forderungen nach Beitragsfreiheit in den Kitas, den Aufbau von Gesundheitszentren nach dem Vorbild der DDR-Polikliniken, mehr Busverbindungen auf dem Land und einer Deckelung von Mieten.
Nach den Umfragen liegt die Linke in der Wählergunst zwischen 16 und 18 Prozent. Die Linke strebe erneut Regierungsverantwortung an und werde Gespräche mit allen Parteien außer der AfD führen, sagte Dannenberg. Walter erneuerte allerdings seinen bereits auf einem Parteitag geäußerten Vorbehalt gegenüber der CDU: «Wenn deren Spitzenkandidat Ingo Senftleben Gespräche mit Ministerpräsident Dietmar Woidke ablehnt, aber mit AfD-Chef Andreas Kalbitz reden will, führen wir keine Gespräche mit der CDU.»
Senftleben hatte erklärt, dass er nach der Landtagswahl aus Respekt vor den Wählern mit allen gewählten Parteien, also auch mit der AfD, reden wolle. Eine Koalition mit den Rechtspopulisten unter Kalbitz hatte er allerdings ausgeschlossen. Auf einem Parteitag im Mai hatte Senftleben einer Zusammenarbeit mit Woidke eine klare Absage erteilt: «Wir schließen jede Zusammenarbeit mit Dietmar Woidke aus.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. Juli 2019 13:10 Uhr

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